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„Eine Show halt
11. September 2026

Das Kölner Comedy-Kollektiv „Eine Show halt

Wenn das Sams zum Berliner DJ wird – willkommen bei „Eine Show halt“

Eine Lehrerin, die ihrer 6b einen Dark-Romance-Roman mit SM-Inhalt vorstellt. Das Sams in einer Lederjacke als erfolgreicher DJ in Berlin. Zwei Großtanten, die das Hochzeitsessen kommentieren – wie ein Fußballspiel. Statt „Tor“ brüllen sie „Mayo“. Klingt absurd? Genau das ist das Konzept. Das Kölner Comedy-Kollektiv „Eine Show halt“ treibt klassische Sketchkunst rasend schnell und ziemlich schräg in die Gegenwart – und das mit einer Menge Herzblut dahinter.1

Fünf Köpfe, eine Bühne

Das Kollektiv besteht aus fünf Leuten: Carolin Worbs, Miguel Robitzky, Susi Bumms, Leah Sartoris und Magnus Paul – dem einzigen Berliner in der Runde. Sie alle arbeiten in unterschiedlichen Bereichen der Unterhaltungsbranche, von Fernsehen über Podcast bis hin zu Musik und sozialen Medien. Genau dort haben sie sich kennengelernt: Onlinefreundschaften vor dem echten Kennenlernen. Seit vier Shows spielen sie jetzt zusammen.1

Carolin Worbs, Miguel Robitzky und Leah Sartoris arbeiten gemeinsam beim „ZDF Magazin Royale“. Magnus Paul ist auf TikTok mit seiner Comedy unterwegs. Was sie alle verbindet? Eine große Faszination für die alte Medienwelt. Von Sketch-up über Klimbim bis Loriot – das Ensemble hat sich intensiv mit der Geschichte des Humors im Fernsehen auseinandergesetzt. „Wir wollen alte Showbusiness-Traditionen wahren und versuchen, diese mit zeitgeistigen Themen weiterzuführen“, sagt Miguel Robitzky.1

Theater-AG nach der Schule – selbstgemacht und frei

Ihre Show ist die Antwort auf eine ganz konkrete Frage: Wo kann man nach dem Ende der Theater-AG weiterspielen und diesen besonderen Raum wiederfinden? „Um Sachen auf der Bühne auszuprobieren, gibt es Stand-up-mäßig wahnsinnig viel Fläche, und für Impro-Comedy auch, aber eben für alles andere nicht. Da haben wir gedacht, wir machen das einfach selbst“, sagt Carolin Worbs.1

Kein Algorithmus, kein Sender, der ihnen reinredet. Dafür: Parodien, exzentrische Charaktere, Gesangs- und Tanznummern und ganz klassische Sketche. „Wir schreiben Sketche über menschliche Eitelkeiten, Aneinander-vorbei-Reden und professionelles Versagen“, bringt es Susi Bumms auf den Punkt. Alles komprimiert in einer Stunde.1

Der Schreibprozess ist dabei alles andere als ein Selbstläufer. Am Anfang zählt Quantität – vieles davon landet direkt in der Tonne. Leah Sartoris sagt offen: Auch wenn ihr Schreibniveau in den letzten zwei Jahren gestiegen ist, fliegt trotzdem noch ein Sketch beim Probenwochenende raus – manchmal sogar einer, der bei den Leseproben top ankam. „Je öfter wir das machen, desto weniger schmerzhaft wird es.“ Ganz leicht fällt es ihnen trotzdem nicht.1

Das neue Programm: „Angst, Angst, Angst, Angst“

Für ihr aktuelles Programm haben „Eine Show halt“ ein klares Leitthema gewählt: Alltagsängste. Nicht die großen, gesellschaftlichen – sondern die kleinen, unkonventionellen. Wie zum Beispiel die Angst auf Dating-Apps oder die Angst von Enten im Zoo, die langweiligsten Tiere dort zu sein. „Wir wollten uns für die Show eher mit kleineren Alltagsängsten auseinandersetzen und denen mal eine Bühne geben“, erklärt Magnus Paul.1

Manche Sketche zielen dabei nicht auf den sofortigen Lacher ab, sondern wagen sich an Emotionen, die nicht im schallenden Schenkelklopfer enden müssen. Die unangenehmste Phase des ganzen Prozesses? Die Generalprobe. „Wir spielen die Sketche, die wir schon tausendmal gespielt haben und selbst nicht mehr lachen. In einem leeren Theater, stumm – der einzige Zeuge ist eine Lichttechnikerin, die sich aufs Licht konzentriert und auch nicht lacht“, sagt Worbs. Sobald dann aber der erste echte Lacher im Saal fällt, ist all der Zweifel wie weggeblasen.1

Jetzt auf Tour – und bald wieder zu Weihnachten

Nach zwei Jahren vor kleinem Publikum und einer „Bildungsreise“ zu einem Comedy-Festival in Schottland geht es für das Kollektiv jetzt raus in die große Welt. Das Programm „Angst, Angst, Angst, Angst“ ist an folgenden Terminen zu sehen:

  • 12., 13. und 14. September – Comedia Theater, Köln (jeweils 20 Uhr)
  • 19. September – Reeperbahn-Festival, Hamburg
  • 27. Oktober – Zakk, Düsseldorf

Im Dezember legen sie außerdem ihre Weihnachtsshow aus dem letzten Jahr in Köln erneut auf. Wer also schon immer mal erleben wollte, wie Miguel Robitzky White Christmas schnalzt, ohne dass jemand Stopp sagt – das ist eure Chance.1

Quellen

  1. Kölner Sketchshow „Eine Show halt“: Theater-AG nach der Schule – Kölnische Rundschau


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