Babylon Berlin feierte seine NRW-Premiere im Kölner Open-Air-Kino – mit Cast, Regen und düsterer Stimmung.
Die finale Staffel von Babylon Berlin hat ihren großen Auftritt in NRW gehabt – und zwar standesgemäß unter freiem Himmel im Open-Air-Kino im Rheinauhafen. Angereist zur NRW-Premiere waren die Hauptdarsteller Liv Lisa Fries und Volker Bruch, die Regisseure Tom Tykwer und Achim von Borries, Schauspieler Peter Jordan sowie Sänger Max Raabe, der die Musik zur Serie lieferte.1 Regen und erste Herbsttemperaturen? Konnten dem harten Kern der Fans egal sein – die blieben eisern sitzen und feierten die ersten vier von acht Folgen der finalen Staffel gemeinsam mit dem Cast.1
Dass die Premiere ausgerechnet in Köln stattfand, ist kein Zufall. In einem früheren Beitrag hatten wir bereits berichtet, wie eng die Verbindung der Serie zur Domstadt ist – die Kölner Band Druckluft ist mittendrin, und weite Teile des Drehs fanden rund um den Eigelstein statt. Volker Bruch bestätigte das bei der Premiere noch einmal mit leuchtenden Augen: Episode vier der neuen Staffel sei eine echte „Liebeserklärung an Köln“. Gedreht wurde unter anderem im „Anno Pief“ in der Straße Im Stavenhof, das für den Dreh zum „Brauhaus Pänz“ umgebaut wurde, sowie im „Em Kölsche Boor“.1 „Wir haben wirklich das Brauhaus auf den Kopf gestellt, es war richtig lustig“, so Bruch.1
Auch viele Besucher kamen stilgerecht im Look der 20er- und 30er-Jahre – und einige der 200 Komparsen, die in Köln mit echten, handgefertigten Kostümen ausgestattet worden waren, waren ebenfalls vor Ort.1
Die neue und letzte Staffel spielt in den Schicksalswochen zwischen dem 30. Januar und dem 23. März 1933 – zwischen Hitlers Ernennung zum Reichskanzler und dem Reichstagsbrand.1 Das ist eine ganz andere Tonlage als der wilde Tanz auf dem Vulkan der frühen Staffeln. Liv Lisa Fries bringt es auf den Punkt: „Der Tanz auf dem Vulkan ist nicht mehr der Tanz auf dem Vulkan – es ist eigentlich nur noch der Vulkan. Es wird sehr viel ernster und sehr viel düsterer.“1
Schauspieler Peter Jordan mahnte beim Gespräch auf der Premiere, Geschichte wiederhole sich zwar nicht, aber Analogien gebe es durchaus – und rief dazu auf: „Wehret den Anfängen.“1 Auch Medienminister Nathanael Liminski und Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW, waren vor Ort. Die Medienstiftung unterstützte die Serie von Staffel eins an – Liminski schwärmte: „Babylon Berlin ist ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man klotzt und nicht nur kleckert.“1 Mit einer Produktionsinvestition von rund 30 Millionen Euro und einem Verkauf in 140 Länder weltweit ist die Serie tatsächlich ein echtes Aushängeschild.2
Für die beiden Hauptdarsteller ist das Ende der Serie auch persönlich ein großes Thema. Liv Lisa Fries gibt zu: „Ich glaube, ich werde wahrscheinlich selber noch in den nächsten Jahren bemerken, wie doll mir Charlotte Ritter fehlen wird.“1 Volker Bruch hingegen hat sich etwas Besonderes als Erinnerung gesichert: den Anzug seiner Figur Gereon Rath – eingeschweißt im Schrank, als Andenken an über zehn Jahre Seriengeschichte. Ob er ihn jemals wieder anzieht? Eher nicht, meinte Bruch lächelnd – bei welchem Anlass wäre das schon eine gute Idee?1
Falls du die NRW-Premiere verpasst hast – kein Stress! Babylon Berlin ist bereits in der ARD-Mediathek verfügbar. Im Ersten laufen die ersten vier Folgen am Samstag, 19. September, ab 20.15 Uhr, die weiteren vier am Freitag, 25. September, ab 22.20 Uhr.1 Einschalten lohnt sich – gerade wenn man wissen will, wie die Geschichte von Gereon Rath und Charlotte Ritter in den dunkelsten Wochen der deutschen Geschichte endet.
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