Beim Bundesliga-Heimspiel von Bayer Leverkusen kontrollierte der Kölner Zoll fast 170 Beschäftigte von 13 Firmen.
Fußball, Fangesänge und … Zollkontrolle? Klingt erstmal wild, aber genau das ist beim Bundesliga-Heimspiel von Bayer Leverkusen passiert. Rund 50 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Kölner Zolls haben das Spiel genutzt, um ordentlich hinzuschauen – und zwar nicht aufs Spielfeld, sondern auf die Beschäftigten dahinter.1
Fast 170 Sicherheits- und Servicekräfte von insgesamt 13 Firmen wurden überprüft. Zusätzlich waren zwölf Beschäftigte des Leverkusener Ordnungsamtes an der Kontrolle beteiligt. Ein echter Großeinsatz also – und der hat sich gelohnt.1
Gleich mehrere Auffälligkeiten kamen ans Licht. Der deutlichste Fall: Eine 24-jährige Marokkanerin wurde ohne die erforderliche Arbeitserlaubnis als Sicherheitskraft eingesetzt. Noch vor Ort wurden gegen sie und ihren Arbeitgeber Ermittlungsverfahren eingeleitet – das ging also schnell.1
Aber das war nicht alles. Bei einer weiteren Firma gibt es erste Anhaltspunkte dafür, dass den Beschäftigten nicht der gesetzliche Mindestlohn gezahlt wird. Das klingt nach einem Fall, der noch größere Wellen schlagen könnte.1
Was viele nicht wissen: Die Befragungen vor Ort sind nur der erste Schritt. Jens Ahland, Pressesprecher des Hauptzollamts Köln, macht das deutlich: „Die Befragung der Beschäftigten vor Ort ist nur der Einstieg in unsere Arbeit. Erst nach Auswertung und Überprüfung der Arbeitnehmerangaben lässt sich sagen, ob alle angetroffenen Personen auch ordnungsgemäß zur Sozialversicherung gemeldet sind oder nicht zu Unrecht Sozialleistungen beziehen.“1
Heißt konkret: Im Hintergrund laufen jetzt tiefergehende Prüfungen von Lohn- und Finanzbuchhaltung der betroffenen Firmen. Wer also gedacht hat, nach dem Spieltag ist alles vorbei – Fehlanzeige. Für einige Unternehmen fängt die eigentliche Arbeit der Ermittler jetzt erst richtig an.1
Events wie Bundesliga-Heimspiele sind ein klassisches Einsatzfeld für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Viele kurzfristig angeheuerte Sicherheits- und Servicekräfte, verschiedenste Arbeitgeber, Zeitdruck – das sind Bedingungen, unter denen Schwarzarbeit und Verstöße gegen den Mindestlohn besonders häufig vorkommen. Der Kölner Zoll hat übrigens schon bei anderen Großveranstaltungen in der Region kontrolliert, der Fokus auf Massenevents ist also kein Zufall.1
Für alle Beschäftigten und Arbeitgeber in NRW gilt: Der Zoll schaut hin – auch wenn gerade Spieltag ist. Und wer als Firma nicht sauber aufgestellt ist, dem drohen nicht nur Bußgelder, sondern auch Strafverfahren.1
Wie viele Beschäftigte wurden beim Bayer-Leverkusen-Spiel kontrolliert?
Fast 170 Beschäftigte von insgesamt 13 Firmen wurden von rund 50 Einsatzkräften der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Kölner Zolls überprüft. Auch zwölf Mitarbeitende des Leverkusener Ordnungsamtes waren beteiligt.
Was wurde bei der Zollkontrolle festgestellt?
Eine 24-jährige Marokkanerin wurde ohne die erforderliche Arbeitserlaubnis als Sicherheitskraft eingesetzt. Gegen sie und ihren Arbeitgeber wurden noch vor Ort Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bei einer weiteren Firma gibt es Hinweise auf Verstöße gegen den Mindestlohn.
Was passiert nach einer Zollkontrolle bei einer Großveranstaltung?
Die Befragungen vor Ort sind nur der erste Schritt. Danach werden die Angaben der Beschäftigten ausgewertet und geprüft, ob alle korrekt zur Sozialversicherung gemeldet sind. Bei Verdacht auf Mindestlohnverstöße folgen außerdem tiefergehende Prüfungen der Lohn- und Finanzbuchhaltung der betroffenen Unternehmen.
Warum kontrolliert der Zoll gezielt bei Bundesliga-Spielen?
Großveranstaltungen wie Bundesliga-Heimspiele sind typische Einsatzfelder für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit, da dort viele kurzfristig angeheuerte Kräfte verschiedener Arbeitgeber unter Zeitdruck arbeiten – Bedingungen, unter denen Schwarzarbeit und Mindestlohnverstöße häufiger vorkommen.
Welches Amt ist für diese Kontrollen zuständig?
Zuständig ist die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Köln. Bei Fragen können sich Betroffene direkt an den Pressesprecher Jens Ahland wenden.
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