Prozess um tödlichen Hauseinsturz - Urteil erwartet
Fast fünf Jahre nach einem Hauseinsturz mit zwei Toten in der Düsseldorfer Innenstadt geht der Strafprozess gegen fünf Angeklagte zu Ende. Der Staatsanwalt hat Bewährungsstrafen beantragt.


Düsseldorf (dpa/lnw) - Fast fünf Jahre nach einem Hauseinsturz mit zwei Toten in der Düsseldorfer Innenstadt will das dortige Landgericht an diesem Donnerstag (13.00 Uhr) das Urteil im Prozess gegen fünf Angeklagte verkünden. Einer Frau und vier Männern werden fahrlässige Tötung und fahrlässige Baugefährdung vorgeworfen. Der Staatsanwalt hat Bewährungsstrafen zwischen einem und zwei Jahren Haft beantragt. Die Verteidiger fordern für vier der fünf Angeklagten Freisprüche.
In einem mehr als dreistündigen Plädoyer beantragte der Staatsanwalt für die 55 Jahre alte Architektin aus Düsseldorf 20 Monate Haft auf Bewährung und für den 61 Jahre alten Bauleiter aus Solingen eine zweijährige Bewährungsstrafe. Für den 63 Jahre alten Statiker aus Mönchengladbach und die beiden 53 und 72 Jahre alten Bauunternehmer beantragte der Staatsanwalt jeweils ein Jahr Haft auf Bewährung.
Anklage: Tragende Wand durchbrochen
Das Gebäude in einem Hinterhof sollte saniert werden. Dabei war laut Anklage auf Basis falscher statischer Berechnungen im Erdgeschoss eine tragende Wand durchbrochen worden, was das Haus zum Einsturz brachte. Zwei Bauarbeiter im Alter von 35 und 39 Jahren kamen dabei ums Leben.
Bei dem Einsturz bei den Bauarbeiten an dem Haus im Juli 2020 waren die zwei Arbeiter unter tonnenschweren Trümmern begraben worden. Nach Überzeugung des Staatsanwalts haben die Angeklagten bei Planung, Vorbereitung und Überwachung der Bauarbeiten ihre Sorgfaltspflichten massiv verletzt: «An dem Bauvorhaben haben zu viele inkompetente Menschen in führender Position mitgearbeitet», sagte er. Der Prozess am Düsseldorfer Landgericht hatte im Oktober vergangenen Jahres begonnen.