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Tiefpunkt für Alonsos Doublesieger: «Wir haben es verkackt»

Leverkusen droht nach dem Halbfinal-Aus im Pokal eine Saison ohne Titel. In wichtigen Spielen überzeugt das Alonso-Team zuletzt nicht. Auch der Startrainer ist längst nicht mehr frei von Kritik.

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Arminia Bielefeld - Bayer Leverkusen Friso Gentsch/dpa

Bielefeld (dpa) - Anführer Granit Xhaka lieferte sich ein heftiges Wortgefecht mit aufgebrachten Fans, Nationalspieler Robert Andrich kritisierte schonungslos. «Das ist mit Abstand das schlechteste Spiel in dieser Saison gewesen. Und das im wichtigsten Spiel. Wir haben es verkackt», sagte der Nationalspieler nach einem denkwürdigen Abend.

Spätestens nach dem Halbfinal-Aus im DFB-Pokal bei Drittligist Arminia Bielefeld ist klar: Die Herrlichkeit bei Bayer Leverkusen ist vorbei. Das Team von Starcoach Xabi Alonso ist vom unschlagbaren Doublesieger zu einer Mannschaft mit folgenschweren Fehlern geworden. «Fast nichts hat funktioniert», sagte der 43-Jährige ernüchtert.

Zweifel bei Wirtz und Alonso?

Die schwierigste Phase seit der vorletzten Saison fällt in eine Zeit, in der intensiv über die Zukunft des Trainers Alonso und von Offensiv-Zauberer Florian Wirtz spekuliert wird. Beide haben über den Sommer hinaus gültige Verträge in Leverkusen. Für beide gibt es aber auch hochklassige und zahlungskräftige Interessenten.

Die jüngsten Misserfolge in entscheidenden Spielen könnten Zweifel mit Blick auf die zukünftige Titelreife von Bayer 04 nähren - auch wenn Alonso versuchte, diese öffentlich auszuräumen.

«Unsere Entwicklung stoppt nicht, weil wir heute verloren haben», sagte er nach dem 1:2 in Bielefeld. Mannschaft und Verein seien trotzdem auf einem guten Weg.

Fakt ist: Dem Meister und Pokalsieger von 2024 droht eine Saison ohne Titel. Die letzte Chance ist die Bundesliga. Dort liegt Spitzenreiter FC Bayern München aber auch schon sechs Punkte vor den Rheinländern.

Taktik gegen Bielefeld sorgt für Verwunderung

Der im vergangenen Titelsommer europaweit gefeierte Alonso, der als Kandidat für die Nachfolge von Trainer Carlo Ancelotti bei Real Madrid gilt, muss sich längst auch unangenehme Fragen gefallen lassen. Nach dem Aus im Champions-League-Achtelfinale gegen die Bayern wurden Aufstellung und Taktik kritisiert.

In Bielefeld verwunderte die Herangehensweise ebenfalls. Anstatt auf die spielerischen Qualitäten zu vertrauen, agierte Bayer mit vielen langen Bällen. Leverkusen ließ sich in zahlreiche intensive Zweikämpfe verwickeln, statt den Gegner mit fußballerischer Finesse laufen zu lassen. Nur mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Ausnahme-Kicker Wirtz ist das nicht zu erklären.

Alonso: «Vielleicht war der Plan nicht gut»

«Unseren Fußball habe ich heute gar nicht gesehen», sagte Torwart und Kapitän Lukas Hradecky. «Vielleicht war der Plan nicht gut», räumte auch Alonso bei Sky ein.

Auf eine Generalkritik an seiner Mannschaft wollte sich der Baske aber nicht einlassen. «Diese Mannschaft hat uns viel gegeben», stellte Alonso vor allem mit Blick auf die historische vergangene Saison fest. Er kündigte an: «Wir bleiben auch in schweren Momenten zusammen. Das ist wichtig.»

© dpa-infocom, dpa:250402-930-421620/1