Falsche Wasserwerker klauen einer 86-Jährigen in Hagen Schmuck und Bargeld. Wir zeigen die Masche und wie ihr euch und eure Familie davor schützen könnt.
Kaum ist die eine Masche durch, kommt schon die nächste. Erst kürzlich haben wir in einem früheren Beitrag über falsche Handwerker berichtet, die einer 85-Jährigen in Mettmann Schmuck geklaut haben. Jetzt gibt’s den nächsten fiesen Fall – dieses Mal in Hagen-Boele, und wieder trifft’s eine Seniorin.1
Am Montag (28.09.2026) klopfte es gegen 12 Uhr an der Tür einer 86-Jährigen an der Johann-Friedrich-Oberlin-Straße. Ein Mann gab sich als Mitarbeiter der Wasserwerke aus und behauptete, er müsse dringend was in der Wohnung kontrollieren – sonst würde das Wasser abgestellt. Klingt erstmal plausibel, oder? Genau darauf setzen die Betrüger.1
Die Seniorin ließ den Typen rein und ging mit ihm ins Badezimmer. Dort erzählte er ihr, sein angeblicher Kollege würde im Keller ein Mittel in die Rohre einleiten, das vor Verstopfungen schützen soll. Dafür müsse das Wasser angestellt werden. Der Mann telefonierte sogar mit diesem „Kollegen“ und blieb rund 20 Minuten in der Wohnung – die Tür stand die ganze Zeit offen.1
Erst Stunden später fiel der 86-Jährigen auf, dass ihre Schränke offenstanden. Bargeld und Goldschmuck waren weg. Die Polizei geht davon aus, dass sich während des Ablenkungsmanövers ein Komplize in die Wohnung geschlichen und alles durchsucht hat – eine klassische Zwei-Personen-Masche.1
Die Polizei Hagen hat eine Beschreibung des falschen Wasserwerkers: etwa 1,75 Meter groß, 40 bis 45 Jahre alt, kräftige Statur, dunkle Haare, dunkel gekleidet mit einer Art Arbeitsjacke. Er sprach akzentfreies Hochdeutsch. Die Kripo bittet um Hinweise unter der Nummer 02331 986 2066.1
Was beim Vergleich mit dem Fall aus Mettmann auffällt: Die Masche ist zwar unterschiedlich – dort waren es angebliche Handwerker wegen eines Rohrbruchs, hier falsche Wasserwerker – aber das Prinzip bleibt gleich. Ältere Menschen werden mit einem plausiblen Vorwand abgelenkt, während ein Komplize die Wohnung durchsucht. In Mettmann waren die Täter laut Beschreibung 25 bis 30 Jahre alt und südeuropäisch aussehend, in Hagen wird der Täter als 40 bis 45 Jahre alt und akzentfrei Deutsch sprechend beschrieben.2 Das zeigt: Es handelt sich vermutlich nicht um dieselbe Tätergruppe, aber die Betrugsmasche an sich hat offenbar Konjunktur in NRW.
Die Polizei rät weiterhin dringend dazu, fremde Personen niemals einfach in die Wohnung zu lassen. Lasst euch immer einen Ausweis zeigen und ruft im Zweifel bei der jeweiligen Firma oder dem Wasserwerk direkt an, um die Identität zu prüfen. Verdächtige Beobachtungen solltet ihr sofort der Polizei melden.2 Sprecht am besten auch mit euren Eltern oder Großeltern über solche Maschen – oft hilft schon das Wissen darüber, um nicht in die Falle zu tappen.
Ob falscher Handwerker oder falscher Wasserwerker – die Tricks werden immer dreister, und leider erwischt es immer wieder ältere Menschen. Bleibt wachsam, informiert eure Nachbarschaft und meldet euch bei der Polizei, wenn euch was komisch vorkommt. Nur so lässt sich diesen Betrügern das Handwerk legen.
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