Tankrabatt seit Mitternacht aktiv: Wir zeigen, wie stark Benzin und Diesel wirklich günstiger wurden und wann sich der Tankstopp am meisten lohnt.
Von wegen einmal und nie wieder: Der Tankrabatt ist zurück und seit Mitternacht in Kraft. Wie wir schon in einem früheren Beitrag erklärt haben, sorgt die Energiesteuer-Senkung bis zum 31. Dezember für eine Entlastung von 16,7 Cent pro Liter Benzin oder Diesel. Jetzt, wo der Rabatt tatsächlich läuft, stellt sich die spannende Frage: Kommt das Geld wirklich bei euch an der Zapfsäule an?
Die Antwort: teilweise ja, und zwar ziemlich schnell. Laut dem Spritpreisportal Tankerkönig sackten die bundesweiten Durchschnittspreise zwischen 23.41 Uhr und 0.41 Uhr um rund 10 bis 11 Cent ab, wie das Handelsblatt berichtet. Auch am frühen Morgen zeigte sich diese Preisdifferenz im Vergleich zum Vortag. Vielerorts wurde Superbenzin der Sorte E10 für weniger als zwei Euro angeboten – allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden. In München, Stuttgart und Leipzig gab es laut ADAC-Spritpreis-App besonders viele solcher Angebote, in Berlin ebenfalls einige, während es in Hamburg und Köln deutlich dünner gesät war.
Ganz ohne den typischen Mittags-Effekt ging es aber nicht ab: Wie die ZEIT unter Berufung auf den ADAC berichtet, nutzten die Mineralölkonzerne die übliche Möglichkeit zur Preisanpassung um 12 Uhr für spürbare Aufschläge. Der Benzinpreis für Super E10 stieg bundesweit im Schnitt von 2,052 auf 2,253 Euro, Diesel von 2,197 auf 2,393 Euro – jeweils zwischen 11.45 und 12.15 Uhr gemessen. Trotzdem lagen die Preise insgesamt niedriger als am Vortag zur gleichen Zeit: Im Schnitt zahlten Autofahrer um 12.15 Uhr je nach Kraftstoffart zwischen 14 und 15 Cent weniger als am Mittwoch zuvor.
Der ADAC wertete das als Zeichen dafür, dass die Steuersenkung zumindest weitgehend an die Verbraucher weitergegeben wird. Trotz eines leicht sinkenden Ölpreises sehe man die Energiesteuer-Senkung in der Preisentwicklung größtenteils abgebildet. Der Autoclub forderte die Mineralölkonzerne aber auch auf, die volle Entlastung von rund 17 Cent zeitnah weiterzureichen – ganz ausgereizt ist das Potenzial also offenbar noch nicht.
Praktisch heißt das für euch: Wer kann, sollte den späten Vormittag zum Tanken nutzen. Bis zum Mittag kann der Preis wegen der sogenannten 12-Uhr-Regel nicht steigen, danach springen die Preise erfahrungsgemäß deutlich nach oben. Ganz knapp vor 12 Uhr würden wir trotzdem nicht pokern – an einigen Tankstellen bildeten sich zum Start des Rabatts schon kurz vor der Mittagsgrenze spürbarer Andrang und teils Schlangen, weil viele Autofahrer den günstigen Moment nutzen wollten.
Eine gesetzliche Pflicht für Tankstellen, die Steuersenkung eins zu eins weiterzugeben, gibt es nicht. Trotzdem zeigt der Start des zweiten Tankrabatts in diesem Jahr: Ein guter Teil der Entlastung kommt tatsächlich an, auch wenn die üblichen Preisspiele rund um die Mittagszeit weiterlaufen. Für den Staat bedeutet die Maßnahme Mindereinnahmen von rund 2,5 Milliarden Euro, die sich Bund und Länder teilen. Ob am Ende wirklich die vollen 16,7 Cent pro Liter bei euch ankommen, hängt also auch weiterhin davon ab, wann und wo ihr tankt – ein Blick in die Spritpreis-Apps lohnt sich gerade in diesen Tagen besonders.
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