Seit Mitternacht gilt der neue Tankrabatt: 16,7 Cent weniger pro Liter Sprit. Wir erklären, wann sich Tanken wirklich lohnt und wie viel du sparen kannst.
Seit Mitternacht gilt er wieder: der sogenannte Tankrabatt. Bis zum 31. Dezember sollen Benzin und Diesel günstiger werden, weil die Energiesteuer auf Kraftstoff gesenkt wird. Wie die tagesschau berichtet, liegt der eigentliche Steuerrabatt bei 14,04 Cent pro Liter. Weil dadurch beim Verkauf aber auch weniger Mehrwertsteuer anfällt, kommt am Ende ein Rabatt von 16,7 Cent pro Liter zusammen. Klingt erstmal nach einem guten Deal für alle, die regelmäßig tanken müssen.
Die Regel gilt für Sprit, der ab Mitternacht die Tanklager oder Raffinerien verlassen hat. Eine Pflicht für Tankstellen, den Rabatt sofort weiterzugeben, gibt es laut ZEIT ONLINE nicht. Trotzdem zeigt die Erfahrung aus den vergangenen Tankrabatt-Phasen in diesem Jahr und schon 2022: Die Preise sinken an den meisten Tankstellen bereits ab Mitternacht spürbar – allein schon, weil die Kunden genau das erwarten. ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer wird von ZEIT ONLINE mit den Worten zitiert, die Preise würden „sukzessive zurückgehen“, gleichzeitig sei aber zu befürchten, „dass es Mitnahmeeffekte gibt“ und der Rabatt nicht komplett bei den Autofahrern ankommt.
Früh aufstehen bringt hier übrigens nichts: Wegen der 12-Uhr-Regel dürfen die Preise am Vormittag nur sinken, nicht steigen, wie die tagesschau erklärt. Den niedrigsten Preis gibt’s meist kurz vor 12 Uhr, dann kann es aber auch mal länger dauern an der Zapfsäule, weil alle gleichzeitig tanken wollen. Wer kurz nach 12 Uhr kommt, zahlt laut Daten des Portals Tankerkönig teils rund 20 Cent pro Liter mehr. Und: Preise vergleichen lohnt sich weiterhin, gerade in größeren Städten kann der Unterschied zwischen Tankstellen im zweistelligen Centbereich liegen.
Der Hintergrund: Der Irankrieg hat den Export von Öl und Treibstoff aus der Golf-Region eingeschränkt, dazu fehlen Kapazitäten bei den Raffinerien. Die Folge war laut tagesschau ein Rekordmonat beim Tanken – der September 2026 war mit Abstand der teuerste Tankmonat bisher, mehr als 10 Cent über dem vorherigen Rekord. Zum Vergleich: Kurz vor Ausbruch des Irankriegs kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt noch 1,78 Euro, ein Liter Diesel 1,75 Euro. Am Sonntag vor dem Start des neuen Tankrabatts lagen die Preise laut ADAC-Daten schon bei 2,28 Euro für Super E10 und 2,43 Euro für Diesel. Der Rabatt bringt also eine Entlastung, macht das Tanken aber nicht annähernd so günstig wie vor der Krise.
Ganz konkret heißt das laut Rechenbeispielen der tagesschau: Ein Diesel-Fahrer mit 15.000 Kilometern im Jahr und einem Verbrauch von sieben Litern auf hundert Kilometern spart in den drei Monaten rund 44 Euro, wenn der Rabatt komplett weitergegeben wird. Bei einem Benziner mit 9.000 Kilometern und acht Litern Verbrauch sind es etwa 30 Euro. Ob tatsächlich der volle Rabatt ankommt, ist allerdings umstritten. Schon bei den früheren Tankrabatt-Runden hatten unter anderem das Ifo-Institut, die Monopolkommission und das Bundeskartellamt festgestellt, dass der Nachlass nicht vollständig bei den Autofahrern landete. Die Mineralölwirtschaft widerspricht dem, der Verband en2x erwartet laut tagesschau eine sofortige und vollständige Weitergabe.
Für den Staat ist der Tankrabatt alles andere als ein Schnäppchen: Die Bundesregierung rechnet mit Mindereinnahmen von rund 2,5 Milliarden Euro. Neu ist diesmal, dass sich laut tagesschau auch die Bundesländer zur Hälfte an den Kosten beteiligen – dafür gibt der Bund ihnen im Gegenzug etwas weniger Umsatzsteuer ab. Kritiker bemängeln, dass die Maßnahme ungenau sei und den Anreiz zum Spritsparen dämpfe, wie ZEIT ONLINE berichtet. Befürworter halten dagegen, dass es aktuell kein besseres Mittel gebe, um Autofahrerinnen und Autofahrer schnell zu entlasten. Wie sich die Preise an den Zapfsäulen in den kommenden Tagen tatsächlich entwickeln, bleibt also spannend zu beobachten.
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