Spritpreise auf Rekordniveau? Mit Preisvergleich-Apps, cleverem Timing und angepasstem Fahrstil holt ihr beim Tanken mehr aus eurem Geldbeutel raus.
Die Spritpreise kennen aktuell eigentlich nur eine Richtung: nach oben. Klar, dass viele von euch sich beim Blick auf die Zapfsäule am liebsten wegdrehen würden. Aber bevor ihr jetzt in Panik verfallt: Mit ein paar einfachen Tricks könnt ihr beim Tanken trotzdem bares Geld sparen. Wie die MOPO berichtet, reicht dafür oft schon die richtige App, die passende Uhrzeit oder ein kleiner Umweg. Wir zeigen euch, worauf’s ankommt.
Der wichtigste Tipp zuerst: Schaut euch an, wo der Sprit in eurer Umgebung gerade am günstigsten ist. Apps wie ADAC Drive, ACE-App, Clever Tanken, mehr-tanken oder PACE Drive geben euch einen schnellen Überblick. Laut Bundeskartellamt beziehen diese Dienste ihre Preise direkt von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe – eine Liste aller zugelassenen Tank-Apps findet ihr auf der Website der Behörde. Auch Google Maps zeigt euch mittlerweile Tankstellen samt aktueller Preise an, ein Fingertipp genügt, um auch die Kosten für E10, Diesel oder Super Plus zu sehen. Am besten checkt ihr die Preise schon vor dem Losfahren – auf längeren Strecken lohnt sich aber auch der Vergleich unterwegs.
Wusstet ihr, dass es in Deutschland seit April eine 12-Uhr-Regel gibt? Tankstellen dürfen ihre Preise nur einmal am Tag anheben – genau um 12 Uhr. In der restlichen Zeit sind ausschließlich Preissenkungen erlaubt. Für euch heißt das: Am besten vor der Mittagszeit tanken. Eine zweite günstige Phase gibt’s laut Auswertungen des ADAC erst wieder ab etwa 17.30 Uhr, wenn die Preise unter den Tagesdurchschnitt fallen.
Ob ein Umweg fürs Tanken Sinn macht, hängt von mehreren Faktoren ab: Wie viel wollt ihr tanken, wie groß ist die Preisdifferenz und wie viel Sprit verbraucht ihr für die zusätzliche Strecke? Grundsätzlich gilt: Je länger der Umweg, desto größer muss die Ersparnis sein, damit es sich lohnt. Ein kurzer Abstecher von der Autobahn kann sich oft richtig auszahlen, da die Preisunterschiede dort teils enorm sind. Wer in der Nähe eines Nachbarlands mit niedrigerem Spritpreisniveau wohnt, etwa Polen, sollte in Ruhe durchrechnen – und dabei auch Zeit, Verschleiß und Stress mit einkalkulieren.
Auch wie ihr fahrt, hat Einfluss auf euren Verbrauch. Der ADAC empfiehlt: flott beschleunigen, dafür aber rechtzeitig hochschalten – idealerweise schon bei rund 2000 Umdrehungen pro Minute. Danach das Wunschtempo mit möglichst niedriger Drehzahl halten. Beim Bremsen gilt: Die Motorbremswirkung so lange wie möglich nutzen, statt früh auszukuppeln. Wer auf eine rote Ampel zurollt, sollte also ruhig den Gang drinlassen.
Gerade auf der Autobahn macht sich Tempo im Verbrauch deutlich bemerkbar. Der Grund: Der Luftwiderstand steigt schneller an als die Geschwindigkeit selbst, erklärt der ADAC. Deshalb lohnt es sich, auch auf Strecken ohne Tempolimit nicht ganz so sehr aufs Gas zu drücken und sich im Bereich der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h zu bewegen.
Neben den großen Tricks gibt’s noch ein paar kleinere Hebel, die sich ebenfalls lohnen: Checkt regelmäßig euren Reifendruck und bleibt dabei lieber am oberen Rand der Herstellerempfehlung – die findet ihr im Tankdeckel oder in der Bedienungsanleitung. Räumt unnötige Ladung aus dem Auto und montiert Dachboxen ab, wenn ihr sie gerade nicht braucht. Und auch Klimaanlage sowie Standheizung solltet ihr mit Bedacht einsetzen, denn beide treiben den Verbrauch zusätzlich nach oben.
Auch wenn die Spritpreise aktuell hoch bleiben, müsst ihr das nicht einfach so hinnehmen. Mit dem richtigen Timing, ein bisschen App-Recherche und einem angepassten Fahrstil holt ihr spürbar mehr aus eurem Tankstopp raus. Probiert’s einfach mal aus – euer Geldbeutel wird’s euch danken.
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