Tankrabatt sorgt für Verwirrung: Laut ADAC kommt die Steuersenkung bei Diesel besser an als bei Super E10. Alle aktuellen Zahlen und Spartipps im Überblick.
Eigentlich sollte der neue Tankrabatt euren Geldbeutel schonen. Seit Anfang Oktober gilt ein Steuernachlass von 16,7 Cent pro Liter auf Benzin und Diesel. Klingt erstmal nach einem fetten Deal, oder? Problem dabei: Es gibt keine Pflicht für Tankstellen, diesen Rabatt auch wirklich eins zu eins weiterzugeben. Und genau das sorgt gerade für mächtig Ärger – nicht nur bei Autofahrern, sondern besonders bei Landwirten, die mit ihren Treckern ordentlich Diesel schlucken.
Wie die Tagesschau berichtet, waren die Spritpreise nur wenige Tage nach der Wiedereinführung des Tankrabatts schon wieder höher als direkt zu Beginn der Steuersenkung. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter Super E10 am Sonntag 2,137 Euro – das sind 2,3 Cent mehr als zum Start. Bei Diesel waren es 2,253 Euro pro Liter, ein Plus von 0,9 Cent. Der ADAC bringt es auf den Punkt: Aus Verbrauchersicht sei dieser erneute Preisanstieg „nur schwer nachvollziehbar“, da sich weder Ölpreis noch Euro-Dollar-Wechselkurs in der Zeit groß verändert hätten.
Der Branchenverband en2x betont dagegen, dass die bei ihm organisierten Tankstellengesellschaften die Steuersenkung von Anfang an komplett weitergegeben hätten. Verbraucherschützer und Wirtschaftsforscher kamen bei früheren Tankrabatten für die Gesamtheit der Tankstellen allerdings zu gegenteiligen Ergebnissen.
Eine aktuelle Auswertung des ADAC, die über Presseportal veröffentlicht wurde, liefert frischen Wind in die Debatte. Ein Liter Super E10 kostet demnach aktuell 2,126 Euro – satte 13,2 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel liegt bei 2,233 Euro, ein Rückgang von 17,6 Cent binnen Wochenfrist. Klingt erstmal gut, aber hier kommt der Haken: Nach Angaben des ADAC kommt die steuerliche Entlastung vor allem beim Diesel zu einem großen Teil bei euch an. Bei Super E10 sieht der Automobilclub dagegen weiterhin eine deutliche Lücke gegenüber dem rechnerisch möglichen Preisrückgang von rund 17 Cent je Liter.
Und auch wenn der Eurokurs zuletzt schwächer wurde und den niedrigsten Stand seit Mai 2025 erreichte, ist gleichzeitig der Ölpreis leicht gesunken. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt rund 100 US-Dollar – etwa drei Dollar weniger als in der Vorwoche. Für den ADAC heißt das: Trotz des schwächeren Euros gibt es weiterhin Spielraum für niedrigere Preise an der Zapfsäule. Die Mineralölunternehmen seien aufgefordert, die steuerliche Entlastung vollständig weiterzugeben.
Der ADAC hat auch einen praktischen Tipp parat: Wer sparen will, sollte möglichst kurz vor 12 Uhr tanken, denn dann sind die Spritpreise im Tagesverlauf meist am niedrigsten. Um die Mittagszeit herum steigen sie dann stark an und fallen im Laufe des Nachmittags langsam wieder. Mit der App „ADAC Drive“ lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen – so findet ihr schnell die günstigste Zapfsäule in eurer Nähe.
Fest steht: Der Tankrabatt bringt zwar grundsätzlich niedrigere Preise, aber wie viel davon wirklich bei euch ankommt, hängt stark davon ab, wo und wann ihr tankt. Während Diesel-Fahrer laut ADAC relativ gut wegkommen, bleibt bei Super E10 noch Luft nach unten. Bleibt spannend, ob sich die Mineralölkonzerne in den nächsten Wochen bewegen – oder ob der Unmut über nicht weitergegebene Rabatte weiter wächst.
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