NRW wächst wirtschaftlich nur langsam: Im ersten Halbjahr gab’s nur 0,3 Prozent Plus, während andere Bundesländer deutlich stärker zulegten.
Die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen kommt nur langsam wieder in Schwung. Im ersten Halbjahr 2026 ist das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum preisbereinigt gerade mal um 0,3 Prozent gewachsen. Das geht aus vorläufigen Zahlen des Landesstatistikamts IT.NRW hervor, über die WELT berichtet.
Klingt erstmal nach Wachstum, ist aber im bundesweiten Vergleich ziemlich mau. Denn andere Bundesländer haben in Sachen Wirtschaftsleistung deutlich mehr PS auf die Straße gebracht.
Während NRW mit 0,3 Prozent Wachstum eher auf der Bremse steht, legten andere Regionen deutlich mehr zu. Hessen kam laut den von WELT zitierten Zahlen auf ein Plus von 1,8 Prozent, Schleswig-Holstein auf 1,7 Prozent und Hamburg auf 1,5 Prozent. Auch Brandenburg und Baden-Württemberg wuchsen mit jeweils 1,4 Prozent deutlich stärker. Zum Vergleich: Deutschland insgesamt kam auf ein Wachstum von 0,9 Prozent – damit lag NRW auch unter dem Bundesschnitt.
Nur drei Bundesländer schnitten noch schlechter ab als NRW: Im Saarland, in Sachsen und in Thüringen schrumpfte die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr sogar. NRW befindet sich also im unteren Mittelfeld des Länder-Rankings, weit entfernt von den Wachstumschampions im Norden und Süden der Republik.
Ganz hoffnungslos ist die Lage aber nicht. Das RWI, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, hatte bereits im Mai eine Prognose für NRW abgegeben. Demnach soll die Wirtschaft im laufenden Jahr um 0,5 Prozent wachsen, im kommenden Jahr dann sogar um 0,8 Prozent. Die aktuellen Halbjahreszahlen liegen also noch unter dieser Prognose – es bleibt abzuwarten, ob sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte noch beschleunigt.
Die Zahlen zeigen ziemlich deutlich: NRW tut sich schwerer als viele andere Bundesländer, wieder richtig Fahrt aufzunehmen. Während Hessen, Schleswig-Holstein und Hamburg deutlich zulegen konnten, bleibt das bevölkerungsreichste Bundesland eher auf der Kriechspur unterwegs. Immerhin: Komplett ins Minus ist die Wirtschaftsleistung wie im Saarland, in Sachsen oder Thüringen nicht gerutscht. Ob sich das Wachstum mit Blick auf die RWI-Prognosen für die zweite Jahreshälfte noch verbessert, wird sich zeigen müssen.
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