Im Kölner Zoo ist per künstlicher Besamung das Leoparden-Baby Arya zur Welt gekommen, ein seltener Erfolg für den Artenschutz der bedrohten Persischen…
Richtig schöne News aus dem Kölner Zoo: Dort ist ein kleines Leoparden-Mädchen zur Welt gekommen, und das ist alles andere als normal. Das Jungtier hört auf den Namen Arya, was auf Persisch „die Edle“ bedeutet, und ist mittlerweile drei Monate alt. Wie der Kölner Zoo mitteilt, hat Arya ihre beiden wichtigen Impfungen bekommen und ist ab sofort regelmäßig mit ihrer Mutter auf der Außenanlage zu sehen. Also wer in nächster Zeit im Zoo vorbeischaut, hat gute Chancen, die Kleine live zu erleben.
Das Besondere an der Geschichte: Arya ist nicht auf natürlichem Weg entstanden. Leoparden-Mutter Mitra und Kater Grom hatten es einfach nicht von selbst hinbekommen, deswegen hat sich das Team im Zoo für eine künstliche Besamung entschieden. Laut koelner.de war das keine einfache Entscheidung, denn Mitra gilt als ungewöhnlich scheues Tier. Zwei Jahre lang konnten die Tierpflegerinnen bei ihr keine sichere Rolligkeit erkennen, die normalerweise anzeigt, wann eine Katze paarungsbereit ist.
Am 9. April wurde Kater Grom in Narkose Sperma entnommen. Das Ganze wurde anschließend aufbereitet und der ebenfalls narkotisierten Mitra injiziert. Maßgeblich beteiligt war dabei eine Katzen-Reproduktionsspezialistin aus dem Allwetterzoo Münster. Und das Verrückte: Es hat direkt im ersten Anlauf geklappt. Laut koelner.de ist das erst das dritte Mal weltweit, dass eine künstliche Besamung bei Persischen Leoparden überhaupt funktioniert hat.
Grom stammt ursprünglich aus Sotschi in Russland und wurde dort von Hand aufgezogen, weshalb er laut Zoo kein artspezifisches Sozialverhalten zeigt. Bis 2022 lebte er sieben Jahre lang in einem französischen Zoo mit einer älteren Leopardin zusammen, ohne dass es zu Nachwuchs kam. Mitra wiederum kam vor zwei Jahren aus dem schwedischen Tierpark Nordens Ark nach Köln.
Beide Tiere gelten als genetisch ausgesprochen wertvoll für den Bestand der Art, weil ihre Linien kaum in europäischen Zoos vertreten sind. Deswegen hat der Zoo laut eigenen Angaben keine Mühen gescheut, um für Nachwuchs zu sorgen. Übrigens: Mit Groms Spermien gelang im Jahr 2025 auch im Allwetterzoo Münster eine künstliche Besamung bei der Leopardin Nahla, aus der im Juli das Jungtier Shirin hervorging. Grom ist damit mittlerweile Vater von zwei weiblichen Jungtieren.
Warum das Ganze so wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Bestandszahlen. Der Zoo schätzt, dass es weltweit nur noch etwa 1.000 wildlebende Persische Leoparden gibt, die meisten davon im Iran. Früher reichte das Verbreitungsgebiet der Tiere von der östlichen Türkei bis nach Pakistan. Gründe für den Rückgang sind unter anderem Lebensraumzerstörung, Wilderei und die Tötung von Leoparden aus Angst vor Viehschäden.
Das Europäische Erhaltungsprogramm für Persische Leoparden umfasst aktuell nur 99 Tiere, der Großteil davon männlich. Umso bedeutender ist es, dass in Köln jetzt ein Weibchen zur Welt gekommen ist. Wissenschaftlich geführte Zoos wollen mit solchen Zuchterfolgen langfristig dafür sorgen, dass genetisch vielfältige Tiere wieder in ihrem Ursprungsgebiet ausgewildert werden können.
Mit Arya leben aktuell vier Persische Leoparden im Kölner Zoo. Der Zoo war übrigens schon vorher Vorreiter in Sachen künstlicher Besamung bei dieser Art, die erste erfolgreiche Behandlung gelang bereits hier, bevor die Methode ein zweites Mal im Allwetterzoo Münster funktionierte, ebenfalls mit Spermien von Grom. Für den Artenschutz der Persischen Leoparden ist das ein echter Meilenstein, auf den hoffentlich noch viele weitere folgen.
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