SV Rödinghausen kämpft im Abstiegskampf der Regionalliga West gegen FC Köln II: Trainer Lübbers fordert Reaktion nach dem 5:6-Debakel in Bochum.
Freitagabend, 19:30 Uhr, war am Wiehen echt Zunder drin: Der SV Rödinghausen empfing die U21 des 1. FC Köln in der Regionalliga West – und für die Ostwestfalen ging’s dabei um mehr als nur drei Punkte. Vor dem Spiel stand der SVR nämlich auf einem waschechten Abstiegsplatz, und wer schon mal Fan-Nerven live miterlebt hat, weiß: Sowas drückt ordentlich aufs Gemüt.
Nach zwölf Spieltagen hatte Rödinghausen gerade mal neun Punkte auf dem Konto – Rang 16, mitten im Keller. Wie der kicker berichtet, sprach Trainer Fabian Lübbers nach dem wilden 5:6 bei der U21 des VfL Bochum sogar von einer „Katastrophe“. Vier Gegentore in nur einer Viertelstunde nach der Halbzeit – das passt laut Lübbers einfach nicht zu den Ansprüchen des Vereins, auch wenn die Mannschaft am Ende durch eine starke Schlussphase noch einigermaßen Schadensbegrenzung betrieben hat.
Dabei lief es zuletzt gar nicht mal so schlecht für den SVR. Gegen Top-Gegner wie Borussia Dortmund U23, den FC Gütersloh und Rot-Weiß Oberhausen zeigte das Team ordentliche Leistungen, zog zudem ins Viertelfinale des Westfalenpokals ein und feierte gegen die Sportfreunde Lotte sogar den zweiten Saisonsieg. Laut kicker hatte das neues Selbstvertrauen gebracht – umso bitterer dann der Bochum-Ausrutscher, der sich wie ein Rückfall in alte Muster anfühlte.
Genau dieses Déjà-vu beschreibt auch die Neue Westfälische: Kaum ist die vergangene Zittersaison verdaut, in der sich der SVR nur dank fremder Hilfe – kein NRW-Klub musste aus der 3. Liga absteigen – die Klasse sicherte, steht der Verein schon wieder auf einem Abstiegsplatz. Die Erwartungen laufen dem Klub damit erneut hinterher.
Vor dem Köln-Spiel war für Lübbers klar: Eine Reaktion muss her. „Es ist ganz klar unsere Aufgabe, die drei Punkte in Rödinghausen zu behalten“, stellte der Coach laut kicker klar, betonte aber auch, dass es um mehr geht als nur dieses eine Spiel: In den kommenden Wochen müsse die Mannschaft konstant punkten, um die Tabellensituation nachhaltig zu verbessern. Nach Köln warteten mit Bergisch Gladbach, Westfalia Rhynern und dem VfB Hilden gleich drei Aufsteiger – Gegner, gegen die sich der SVR eigentlich Luft verschaffen wollte.
Eine Trainerdiskussion gab es trotz der Krise ausdrücklich nicht. „Wir sitzen alle in einem Boot und sind jetzt gemeinsam gefordert, Ergebnisse zu liefern“, zitiert der kicker Geschäftsführer Alexander Müller. Für Lübbers war die Partie gegen den Kölner Nachwuchs deshalb auch kein Endspiel – stattdessen setzte die Vereinsführung eher auf andere Stellschrauben, etwa mögliche Winter-Transfers, um den Kader zu verstärken.
Erschwerend kam die angespannte Personallage in der Defensive hinzu. Neben dem langzeitverletzten Linksverteidiger Maxim Gresler fehlten mit Louis Hiepen, Fabian Rüth und Cottrell Ezekwem gleich drei Innenverteidiger. Lübbers ließ das aber nicht als Ausrede gelten und zeigte sich laut kicker überzeugt, dass sein Team auch so in der Lage sei, gegen Köln eine gute Leistung abzurufen.
Einen Hinweis auf die Brisanz des direkten Duells liefert auch die Tabellensituation laut SPOX: Der FC Köln II stand vor dem Spieltag mit 14 Punkten auf Rang 11, nur fünf Zähler vor dem SVR – ein echter Sechs-Punkte-Vergleich im Abstiegskampf also. In den vergangenen fünf direkten Duellen hatte Köln II mit drei Siegen gegenüber zwei Rödinghausener Erfolgen knapp die Nase vorn.
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