Neue INSA-Umfrage zur NRW-Landtagswahl: CDU verliert 8 Punkte, AfD legt stark zu. Schwarz-Grün hätte keine Mehrheit mehr – was das für 2027 bedeutet.
Halbes Jahr vor der Landtagswahl in NRW, und die politische Stimmung dreht sich ordentlich. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag der „Bild“-Zeitung kommt die CDU nur noch auf 26 Prozent. Das sind satte 8 Prozentpunkte weniger als bei der letzten INSA-Umfrage im Mai. Wie n-tv berichtet, lässt die Zustimmung für die Christdemokraten damit deutlich nach, obwohl Ministerpräsident Hendrik Wüst zu den beliebtesten Politikern Deutschlands zählt.
Die AfD legt dagegen kräftig zu: Mit 21 Prozent landet sie auf Platz zwei und gewinnt satte 4 Prozentpunkte dazu. Die SPD bleibt stabil bei 18 Prozent, die mitregierenden Grünen klettern auf 16 Prozent (plus 1 Punkt). Die Linke würde laut der Erhebung mit 10 Prozent locker in den Düsseldorfer Landtag einziehen – ein Plus von einem Prozentpunkt. Für die FDP sieht’s eng aus: Bei 4 Prozent würde es für den Wiedereinzug ins Landesparlament knapp nicht reichen. Die sonstigen Parteien kommen zusammen auf 5 Prozent.
Richtig spannend wird’s beim Blick auf mögliche Regierungsbündnisse. Laut Daten von dawum.de hätte die aktuelle Koalition aus CDU und Grünen keine Mehrheit mehr im Landtag. Auch kein anderes Zweierbündnis würde für eine Regierungsmehrheit reichen – es bräuchte ein Dreierbündnis. Rechnerisch möglich wären zum Beispiel CDU, SPD und Grüne zusammen (119 von 181 Sitzen), aber auch andere Dreier-Konstellationen wie CDU, SPD und Linke oder AfD, SPD und Grüne kämen auf eine Mehrheit.
Für die Befragung wurden laut n-tv zwischen dem 6. und 13. Oktober 1000 Wahlberechtigte online befragt. Zur Einordnung: Bei der letzten Landtagswahl 2022 hatte die CDU noch 35,7 Prozent geholt, vor der SPD mit 26,7 Prozent. Die Grünen kamen damals auf 18,2 Prozent, FDP und AfD zogen mit 5,9 beziehungsweise 5,4 Prozent knapp in den Landtag ein. Vergleicht man das mit den aktuellen Umfragewerten, wird klar: Die CDU hat seitdem fast 10 Prozentpunkte eingebüßt, während die AfD um mehr als 15 Punkte zugelegt hat.
Interessant ist der Kontrast: Obwohl seine Partei in der Wählergunst absackt, steht Hendrik Wüst persönlich gut da. Im Politiker-Ranking von Forsa für RTL/ntv Ende September belegte der Ministerpräsident mit 55 Vertrauenspunkten Platz zwei – nur hinter Verteidigungsminister Boris Pistorius, wie n-tv berichtet.
Gewählt wird in Nordrhein-Westfalen am 25. April 2027. Bis dahin ist noch einiges an Zeit, und wie die Chronik der INSA-Umfragen auf dawum.de zeigt, können sich die Werte bis zur Wahl durchaus nochmal verschieben. Wichtig dabei: Wahlumfragen sind keine Prognosen, sondern bilden nur die aktuelle Stimmung ab – mit einem statistischen Fehler von etwa 1 bis 3 Prozentpunkten muss man bei solchen Erhebungen immer rechnen.
Fest steht: Die politische Landschaft in NRW ist in Bewegung. Die Ränder werden stärker, die Mitte bröckelt – und für die nächste Regierungsbildung könnte es richtig knifflig werden. Ob sich der Trend bis zur Wahl im April 2027 fortsetzt oder die CDU sich nochmal fängt, bleibt spannend. Wir bei Antenne NRW halten euch auf dem Laufenden, wenn’s neue Zahlen gibt.
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