Nach der brutalen Attacke auf einen Teenager in Frankfurt (Oder) holt die Polizei Verdächtige aus dem Unterricht und spricht mit deren Eltern zuhause.
Krass, was da gerade in Frankfurt (Oder) abgeht: Etwa zehn Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren sollen auf einen 14-Jährigen vor einer Oberschule eingetreten und eingeschlagen haben – sogar als er schon am Boden lag und auch gegen den Kopf. Das Ganze wurde gefilmt und ist dann im Netz aufgetaucht. Die Reaktionen? Bestürzung und Fassungslosigkeit, so weit das Auge reicht.1
Schon am Tag danach ist die Polizei durchgestartet und hat einen Teil der Tatverdächtigen direkt aus dem laufenden Schulunterricht mitgenommen. Ein Polizeisprecher sagt dazu, man habe mit „der dringend gebotenen Entschlossenheit“ gehandelt. Die Jugendlichen wurden in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt.1
Aktuell geht die Polizei von zehn Tatverdächtigen aus – Kinder und Jugendliche mit deutscher, polnischer, russischer und syrischer Nationalität. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung und Raub.1
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) macht in dem Fall ziemlich klar, wo er die Verantwortung sieht. Die Polizei gehe auch zu den mutmaßlichen Tätern nach Hause und rede mit deren Eltern. „Sie spricht mit den Erziehungsberechtigten, die sind der erste Ansprechpartner und wir erwarten, dass auch da eine Reaktion erfolgt“, so Redmann im RBB. Und weiter: „Man hat Verantwortung für seine Kinder, und wenn Kinder Straftaten begehen, erwarte ich auch von den Eltern, dass sie entsprechend handeln.“1
Seine Botschaft generell: „Täter müssen Konsequenzen spüren, und zwar gerade jugendliche Täter sehr schnell.“ Auch mögliche Abschiebungen würden geprüft, aber erstmal gehe es um akutes Handeln. „Wir machen jetzt erst mal Repression, dass die Gewalt aufhört“, sagt er.1
Der Fall reiht sich leider in eine ganze Serie von Vorfällen in Brandenburger Städten ein. In Cottbus musste nach Gewaltattacken sogar Sicherheitspersonal an mindestens einer Schule eingesetzt werden, Schüler wurden aus Sicherheitsgründen von der Schule genommen.1
Auch in Potsdam und im Grenzgebiet zu Berlin sorgten zuletzt mehrere Angriffe von Jugendgruppen für richtig viel Entsetzen. Diese Woche nahm die Polizei dort zwei Tatverdächtige fest – 15 und 17 Jahre alt. Zusätzlich wurden neun weitere Jugendliche zwischen 14 und 17 erkennungsdienstlich erfasst. Eine extra eingerichtete Ermittlungsgruppe ist inzwischen aktiv und geht verstärkt gegen die Jugendlichen vor, die dort für Straftaten verantwortlich sein sollen.1
Die Vorfälle zeigen: Das Thema Jugendgewalt beschäftigt gerade mehrere Städte in Brandenburg gleichzeitig. Die Behörden reagieren mit schnellem Durchgreifen – von Festnahmen im Unterricht bis zu Hausbesuchen bei den Eltern. Ob das reicht, um die Gewaltspirale zu stoppen, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Politik und Polizei wollen jetzt ein klares Signal senden.
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