NRW-Umfrage sorgt für Aufsehen: CDU verliert acht Punkte, AfD legt mit Spitzenkandidat Vincentz kräftig zu. So würde der Landtag 2027 aussehen.
Am 25. April 2027 ist es so weit: Dann wählt NRW einen neuen Landtag. Und eine aktuelle Umfrage zeigt, dass da richtig Bewegung drin ist. Laut einer Insa-Umfrage im Auftrag der Bild-Zeitung würde die CDU aktuell nur noch auf 26 Prozent kommen – ein Minus von satten acht Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Umfrage im Mai. Das sind Zahlen, bei denen Ministerpräsident Hendrik Wüst sicher nicht gut schlafen kann.
Während die CDU einbricht, geht’s bei der AfD steil nach oben: Die Partei legt laut der Umfrage um vier Punkte auf 21 Prozent zu und schiebt sich damit auf Platz zwei. Spitzenkandidat ist Martin Vincentz, der laut einem Bericht der Berliner Morgenpost bereits beim Wahlparteitag im Juli in Marl offiziell als Bewerber um das Amt des Ministerpräsidenten nominiert wurde. Die Morgenpost ordnet den Höhenflug auch in einen größeren Trend ein: Nach den Wahlergebnissen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wächst die Zustimmung für die AfD demnach auch im Westen der Republik.
Die SPD bleibt in der Umfrage unverändert bei 18 Prozent, während die mitregierenden Grünen leicht zulegen und jetzt bei 16 Prozent stehen. Auch Die Linke kann sich freuen: Mit einem Plus von einem Punkt würde sie auf zehn Prozent kommen und als fünfte Kraft locker in den Landtag einziehen.
Richtig bitter sieht’s dagegen für die FDP aus. Die Partei steckt bei vier Prozent fest und würde den Wiedereinzug ins Düsseldorfer Parlament knapp verpassen. Für sonstige Parteien würden sich laut der Erhebung fünf Prozent der Befragten entscheiden. Wie das Portal Dawum zu den Daten von Insa festhält, wurden für die Umfrage zwischen dem 6. und 13. Oktober insgesamt 1000 Wahlberechtigte online befragt.
Und jetzt kommt der Knackpunkt: Für das amtierende Bündnis aus CDU und Grünen würde es nach diesen Zahlen nicht mehr für eine Mehrheit reichen. Auch andere Zweierkonstellationen hätten laut den Berechnungen von Dawum keine ausreichende Basis im 181 Sitze umfassenden Landtag. Heißt im Klartext: Für eine stabile Regierung bräuchte es künftig ein Dreierbündnis. Da die CDU laut der Berliner Morgenpost eine Zusammenarbeit sowohl mit der AfD als auch mit der Linken ausschließt, bliebe als dritter Partner eigentlich nur die SPD übrig.
Zur Einordnung lohnt sich ein Blick auf die letzte Landtagswahl im Mai 2022. Damals holte die CDU noch starke 35,7 Prozent und ließ die SPD mit 26,7 Prozent klar hinter sich. Die Grünen kamen auf 18,2 Prozent, die FDP auf 5,9 Prozent und die AfD lag mit 5,4 Prozent noch im einstelligen Bereich. Vergleicht man das mit den aktuellen Umfragewerten, wird deutlich, wie sehr sich das Kräfteverhältnis seitdem verschoben hat.
Übrigens dürfen bei der kommenden Landtagswahl erstmals auch 16- und 17-Jährige mitwählen – dadurch kommen rund 300.000 Wahlberechtigte neu dazu. Insgesamt sind laut den offiziellen Rahmendaten rund 12,9 Millionen Menschen in NRW wahlberechtigt. Jeder hat wie gewohnt zwei Stimmen: eine Erststimme für den Direktkandidaten im Wahlkreis und eine Zweitstimme für die Partei. Damit eine Partei überhaupt bei der Sitzverteilung berücksichtigt wird, muss sie mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen holen.
Natürlich gilt: Eine Umfrage ist kein Wahlergebnis, sondern nur eine Momentaufnahme der aktuellen Stimmung. Bis zum 25. April 2027 kann sich noch einiges tun. Aber eins ist klar: Die politische Landschaft in NRW ist gerade ordentlich in Bewegung – und es bleibt spannend, wie es weitergeht.
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