Halloween-Demos eskalieren: Brennende Barrikaden in Köln und Berlin, Polizisten in Paris in Flammen.
Normalerweise ist Halloween ja eher Süßes-oder-Saures und Kürbis schnitzen. Dieses Jahr sah die Nacht in vielen Städten aber ganz anders aus. In Deutschland und Frankreich kam es zu krassen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei – mit brennenden Barrikaden, Böllern und sogar Polizisten, die in Flammen standen.1
Aufgerufen hatte die Initiative „GenZ regelt“ eigentlich zu einem friedlichen Protest. Doch daraus wurde in mehreren Städten schnell ein handfestes Chaos. In Hamburg flogen Flaschen und Sprengkörper auf Polizisten, die Einsatzkräfte mussten mit Wasserwerfern brennende Barrikaden löschen und griffen zu Pfefferspray.1
In Berlin wurde es besonders wild: Böller flogen den Beamten quasi vor die Füße, ein Auto und eine Straßenbahn wurden beschmiert, ein blutüberströmter Demonstrant musste aus der Menge gezogen und festgenommen werden. Die Polizei erklärte die Versammlung schließlich für beendet – die Antwort der Randalierer: Menschenketten, um den Einsatz zu erschweren.1
Auch in Köln mussten Wasserwerfer ran, um die Lage unter Kontrolle zu bringen, Beamte wurden mit Steinen beworfen. Die Demo wurde dort am frühen Abend offiziell aufgelöst. In Hannover verletzte ein Böller eine 58-jährige Frau leicht am Unterschenkel, in Dresden brannten Altpapiercontainer und in Stuttgart flogen Eier auf die Polizei. Mehrere Beamte wurden bei den Ausschreitungen verletzt, in Frankfurt traf es laut einem Polizeisprecher sogar einen Beamten „möglicherweise auch etwas schwerer“.1
Die Kampagne ist eigentlich ein Social-Media-Phänomen, das viral über TikTok und WhatsApp Fahrt aufgenommen hat – nach dem Vorbild ähnlicher Jugendproteste in Frankreich. Im Kern geht’s um Jugendthemen, Zukunftssorgen und Unzufriedenheit mit der Politik. Die Organisatoren betonen immer wieder, dass friedlich demonstriert werden soll. Sicherheitsbehörden und Politik warnen allerdings davor, dass radikale Gruppen – darunter auch linksextreme Akteure – den Trend für Randale und Vandalismus kapern. Soziologen sehen darin eher ein unübersichtliches Jugendphänomen, bei dem Frust, Mitläufer-Effekt und ein paar radikale Trittbrettfahrer zusammenkommen.1
Auch in Frankreich war die Stimmung alles andere als entspannt. Schon am Nachmittag gab es erste Spannungen, in Paris waren laute Explosionen von Feuerwerkskörpern zu hören. Besonders krass: Bilder zeigten, wie die Beine eines Polizisten in Flammen standen, nachdem er von Feuerwerkskörpern getroffen wurde. In Paris und Lyon musste die Polizei Tränengas einsetzen, auch in Rennes und Toulouse gab’s Auseinandersetzungen. In Rennes wurden laut Präfektur Wurfgeschosse in Richtung der Beamten geschossen.1
Die Zahlen sprechen für sich: Laut Innenministerium gingen landesweit 320.000 Menschen auf die Straße, Jugendverbände sprachen sogar von 500.000 Teilnehmern. Schon vor den Protesten gab es 10.000 Kontrollen, um Leute mit Waffen aus dem Verkehr zu ziehen. Bis 14 Uhr zählte man landesweit 27 Festnahmen. Innenminister Laurent Nuñez hatte den Tag vorab als Tag mit „sehr großem Risiko“ eingestuft – es habe beunruhigende Aufrufe zu Plünderungen gegeben. Die Sorge: Halloween könnte als Deckmantel genutzt werden, sich hinter Masken zu verstecken und Straftaten zu begehen. Mehrere Städte verhängten deshalb Ausgangsbeschränkungen, teils auch speziell für Minderjährige.1
Nicht nur in Deutschland und Frankreich war die Anspannung groß – auch in Wien wurden Geschäfte in der Innenstadt vorsorglich verbarrikadiert, die Polizei stellte sich auf eine unruhige Nacht ein.1
Statt Kürbis-Deko und Gruselfilm gab’s in dieser Halloween-Nacht echte Eskalationen auf den Straßen Europas. Was als Protestbewegung mit politischem Anspruch gestartet ist, endete in mehreren Städten in Randale, verletzten Polizisten und brennenden Barrikaden. Wie es mit „GenZ regelt“ weitergeht, bleibt abzuwarten – die Diskussion über Unterwanderung durch radikale Gruppen dürfte aber auf jeden Fall weitergehen.
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