Die Gen-Z-Demo an Halloween in Düsseldorf ist vorbei: Tausende zogen über die Kö, die Stimmung kippte zwischenzeitlich. Alle Infos im Rückblick.
Halloween war in Düsseldorf dieses Jahr nicht nur Kostüm-Party, sondern auch Demo-Tag. Unter dem Motto „Gen Z regelt“ sind am 31. Oktober Tausende Menschen vom Hauptbahnhof aus über die Königsallee gezogen. Wie die NRZ berichtet, startete der Protestzug am Hauptbahnhof und bewegte sich durch die Landeshauptstadt – mit zwischenzeitlich kippender Stimmung, am Ende aber ohne größere Eskalation.
Schon im Vorfeld war die Nervosität in der Stadt spürbar. In einem früheren Beitrag hatten wir berichtet, dass vor der Demo vier Männer festgenommen wurden, die im Verdacht standen, gewalttätige Aktionen geplant zu haben. Ob das tatsächlich etwas mit der „Gen Z regelt“-Demo zu tun hatte, blieb damals unklar – die Polizei bestätigte keinen direkten Zusammenhang. Schon zu dem Zeitpunkt hatten sich über 5.000 Teilnehmer für die Demo angemeldet, und auf der Kö wurden vorsorglich Schaufenster vernagelt.
Düsseldorf war an diesem Samstag nicht die einzige Stadt in NRW, die auf die Straße ging. Laut WDR gab es bundesweit Proteste in 34 Städten, darunter auch viele in NRW – von Essen über Köln bis Dortmund. Die größte Demo im Bundesland fand demnach in Köln statt, wo im Vorfeld rund 15.000 Teilnehmer erwartet wurden. In Düsseldorf selbst sollte die Kundgebung laut WDR-Liveticker ab 16 Uhr am Hauptbahnhof starten.
Bundesweit zeigte sich laut ZDFheute ein gemischtes Bild: In vielen Städten blieb es ruhig, in anderen eskalierte die Lage zeitweise. In Köln setzte die Polizei nach Angriffen mit Pyrotechnik einen Wasserwerfer ein, in Frankfurt wurde ein Polizeibeamter bei Böllerwürfen verletzt, und in Mainz versammelten sich nach dem offiziellen Ende noch rund 1.000 Menschen unangemeldet. In München und Stuttgart verliefen die Proteste nach Polizeiangaben dagegen größtenteils friedlich, auch wenn es vereinzelt Pyrotechnik gab.
Hinter den Protesten steckt laut WDR vor allem Unmut über marode Schulen, hohe Lebenshaltungskosten und die Debatte um den Wehrdienst. Der NRW-Verfassungsschutz hatte vorab darauf hingewiesen, dass auch Akteure aus dem linksextremistischen Spektrum versuchen könnten, die Proteste für sich zu nutzen – konkrete Hinweise auf geplante Gewalt habe es laut Innenministerium aber vorher nicht gegeben.
Die Organisationsstruktur von „Gen Z regelt“ bleibt dabei weiterhin unklar: Wer genau hinter der Initiative steckt, ist laut WDR nicht eindeutig zu sagen, zumal das Impressum der zugehörigen Website mehrfach geändert wurde. Während die Landesschülervertretung NRW die Forderungen unterstützt, distanzierte sich die Bundesschülerkonferenz wegen der unklaren Strukturen von den Protesten.
Für Düsseldorf lässt sich festhalten: Die befürchteten Ausschreitungen wie in anderen Städten blieben weitgehend aus, auch wenn die Stimmung laut NRZ zwischenzeitlich zu kippen drohte. Die Vorsichtsmaßnahmen der Händler auf der Kö und die Festnahmen im Vorfeld hatten für zusätzliche Anspannung gesorgt, am Ende verlief die Demo aber ohne die großen Zwischenfälle, die andernorts in NRW und darüber hinaus gemeldet wurden.
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