CAS erlaubt Russlands Rückkehr zur Eishockey-WM 2027 in Deutschland. Der DEB reagiert mit scharfer Kritik auf das überraschende Urteil.
Eigentlich war die Sache klar: Russland und Belarus sollten wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht bei der Eishockey-WM 2027 in Deutschland dabei sein. Jetzt kommt alles anders. Wie ZDFheute berichtet, hat der Internationale Sportgerichtshof CAS am 30. Oktober entschieden, dass Russlands Eishockey-Nationalmannschaft wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen darf – und das betrifft eben auch die WM, die vom 13. bis 30. Mai 2027 in Düsseldorf, Gelsenkirchen und Mannheim steigen soll.
Der russische Eishockey-Verband RIHF war mit seiner Berufung gegen den Ausschluss erfolgreich. Der CAS sah die von der IIHF angeführten Sicherheitsbedenken schlicht als nicht ausreichend bewiesen an. Damit müssen russische Nationalmannschaften laut dem Urteil in der Saison 2026/27 wieder zugelassen werden – nicht nur bei der Männer-WM in Deutschland, sondern auch bei der Junioren-WM in Kanada und der U18-WM der Frauen in Tschechien.
Dass diese Entscheidung beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) nicht gut ankommt, ist kein Geheimnis. In einer offiziellen Stellungnahme auf der DEB-Website wird Vorstandsvorsitzender Frank H. Lutz deutlich: „Unsere Position ist unverändert: Wir lehnen die Rückkehr russischer Nationalmannschaften zu internationalen Eishockeyturnieren ab.“ Diese Haltung habe man sowohl gegenüber dem IIHF Council als auch in der Anhörung vor dem CAS klar vertreten.
Für den DEB als Gastgeber der Heim-WM verändert das Urteil die Lage nach eigenen Angaben grundlegend. Eine Zulassung Russlands bringe erhebliche sicherheitsrelevante, politische und wirtschaftliche Folgen mit sich. Der Verband kündigte an, das Urteil jetzt gemeinsam mit der IIHF auszuwerten und über die nächsten Schritte zu informieren.
Nicht nur der DEB zeigt sich unzufrieden. Auch die IIHF selbst äußerte sich laut ZDFheute enttäuscht über die Entscheidung, akzeptierte sie aber trotzdem. Der Verband betonte, dass der ursprüngliche Ausschluss notwendig gewesen sei, um die Sicherheit und den Schutz aller Beteiligten zu gewährleisten und die Integrität der Wettbewerbe zu wahren.
Der deutsche Weltverbandschef Franz Reindl versprach laut ZDFheute schnelle und praktikable Lösungen. Die Aufgabe sei es nun, die Entscheidung verantwortungsbewusst umzusetzen.
Richtig knifflig wird die Sache dadurch, dass das Teilnehmerfeld für die WM längst feststeht. Und hier kommt der nächste pikante Punkt ins Spiel: Auch die Ukraine ist mit dabei, als Aufsteiger erstmals in der Top-Division. Muss jetzt also ein anderer Teilnehmer für Russland Platz machen? Und wie geht man mit den Sicherheitsbedenken um, die ursprünglich überhaupt erst zum Ausschluss Russlands geführt hatten?
Diese Fragen dürften IIHF und DEB in den kommenden Wochen und Monaten ziemlich auf Trab halten. Klar ist: Die Heim-WM 2027 steht damit vor einer völlig neuen Ausgangslage, und wie es konkret weitergeht, ist aktuell noch offen.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!