16.000 Metaller in NRW streiken für mehr Geld: Warum die IG Metall fünf Prozent fordert und wie die Arbeitgeber darauf reagieren, liest du hier.
In Nordrhein-Westfalen ist der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie diese Woche richtig eskaliert. Nach dem Ende der Friedenspflicht haben Beschäftigte in Dutzenden Betrieben am Montagmorgen mit Beginn der Frühschichten ihre Arbeit niedergelegt. Rund 16.000 Metaller waren dabei mit im Boot. Und das war erst der Anfang: Für Dienstag hat die IG Metall die Aktionen noch mal ordentlich ausgeweitet – dann sollen Beschäftigte in 240 Betrieben der Branche zum Warnstreik aufgerufen sein.
Zur Einordnung: In NRW arbeiten rund 640.000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie. Da ist also einiges an Power dahinter, wenn ein großer Teil davon die Werkzeuge liegen lässt.
Die IG Metall fordert von den Arbeitgebern ein deutlich besseres Angebot. Mit den Warnstreiks soll klargemacht werden, dass die Beschäftigten spürbar bessere Konditionen erwarten – so teilte es die Gewerkschaft mit. Konkret fordert die IG Metall unter anderem fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Die Arbeitgeberseite hatte in der zweiten Verhandlungsrunde bereits ein erstes Angebot auf den Tisch gelegt: eine Einmalzahlung und in einem zweiten Schritt eine Erhöhung der Entgelte um 1,3 Prozent bei einer Laufzeit von 26 Monaten. Begründet wird das Ganze mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und hohen Kostenbelastungen für die Industrie in Deutschland.
IG-Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler sieht das anders: Das Angebot liege weit unter der Inflation, obwohl die Wirtschaft erste Signale der Erholung sende. Das werde man nicht akzeptieren, so Giesler laut einer Mitteilung der Gewerkschaft. Das Angebot gleiche weder die gestiegenen Lebenshaltungskosten aus noch biete es Perspektiven für Investitionen, Beschäftigungssicherung und die Zukunft der Industriestandorte.
Der Warnstreik ist übrigens kein reines NRW-Ding. Wie der Deutschlandfunk berichtet, waren zum Auftakt auch Belegschaften von Firmen in Rheinland-Pfalz und Bayern zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen – unter anderem bei einem bayerischen Automobilhersteller. Deutschlandweit geht es um die Interessen von rund 3,7 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld gilt also nicht nur für NRW, sondern für die gesamte Branche – genauso wie die Forderung nach Regelungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen.
Forderung und Angebot liegen aktuell noch meilenweit auseinander. Die nächste, bereits dritte Verhandlungsrunde ist nach Angaben der IG Metall für den 9. November geplant. Bis dahin dürfte der Druck auf den Straßen und in den Betrieben erst mal hoch bleiben – schließlich hat die Gewerkschaft mit der Ausweitung der Aktionen auf 240 Betriebe am Dienstag schon mal klargemacht, dass sie es ernst meint.
Für alle, die in der Branche arbeiten oder Familie und Freunde dort haben, heißt es also: Augen offen halten, was sich bei der nächsten Verhandlungsrunde tut. Wir bei Antenne NRW bleiben für euch dran, sobald es Neuigkeiten aus dem Tarifpoker gibt.
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