Blindgänger auf Friedhof in Bochum-Wattenscheid entdeckt: 1.000 Menschen evakuiert, A40 gesperrt, 137 Einsatzkräfte im Einsatz. So lief die Entschärfung ab.
Das hätten sich die Friedhofsmitarbeiter in Bochum-Wattenscheid sicher anders vorgestellt: Beim Ausheben eines neuen Grabes auf dem Evangelischen Friedhof an der Westenfelder Straße stießen sie auf eine 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Wie die Stadt Bochum mitteilt, handelte es sich um eine englische Bombe mit Aufschlagzünder. Klar war sofort: Die muss noch am selben Tag entschärft werden.
Für die Entschärfung musste ein Sicherheitsabstand von 250 Metern rund um den Fundort eingehalten werden. Das bedeutete für rund 1.000 Anwohnerinnen und Anwohner in Wattenscheid: Koffer packen und raus aus den eigenen vier Wänden. Laut Stadt Bochum startete die Evakuierung gegen 18 Uhr, unterstützt von vier Räumgruppen und einer Wärmebilddrohne des Arbeiter-Samariter-Bundes, die aus der Luft kontrollierte, ob auch wirklich alle den gesperrten Bereich verlassen hatten.
Für alle, die während der Sperrung nicht nach Hause konnten, richtete die Stadt eine Betreuungsstelle in der Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule ein. Shuttle-Busse der Bogestra brachten die Menschen dorthin. Am Ende nahmen laut Stadt Bochum 156 Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot an.
Nicht nur Anwohner waren betroffen, auch Autofahrer mussten kurz die Geduld bewahren. Die A40 wurde für die eigentliche Entschärfung in beide Richtungen gesperrt, wie der WDR berichtet. Die Autobahnabfahrt Dückerweg war sogar schon vorab dicht. Die Stadt Bochum betonte dabei, man habe versucht, den Sperrzeitraum so kurz wie möglich zu halten – klar war allen Beteiligten aber auch: Ganz ohne Stau würde das nicht ablaufen.
Gegen 23:35 Uhr war es dann so weit: Die Evakuierung war abgeschlossen, die A40 gesperrt, und der Kampfmittelräumdienst konnte mit der eigentlichen Entschärfung beginnen. Weil es sich um eine Bombe mit Aufschlagzünder handelte, musste der Detonator im Anschluss gesprengt werden – ein lauter Knall war dabei zu hören, wie die Stadt Bochum vorab ankündigte. Um 0:53 Uhr dann die erlösende Nachricht: Die Bombe ist entschärft, alle Absperrungen konnten aufgehoben werden.
Damit der Abend so reibungslos über die Bühne ging, waren laut Stadt Bochum insgesamt 137 Einsatzkräfte im Dauereinsatz. Mit dabei: der Arbeiter-Samariter-Bund, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe, das Technische Hilfswerk, die Polizei, die Bogestra, der Kampfmittelräumdienst, die freiwillige Feuerwehr Bochum sowie der Ordnungsdienst der Stadt. Eine eigens eingerichtete Hotline beantwortete im Laufe des Tages rund 62 Anrufe von besorgten oder einfach nur neugierigen Bürgerinnen und Bürgern.
Ein Abend voller Logistik also – aber am Ende konnten alle betroffenen Wattenscheider wieder gut nach Hause. Die Stadt Bochum bedankte sich im Nachgang ausdrücklich bei allen Einsatzkräften und bei den Anwohnern für ihre Kooperation.
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