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Martinszüge in Frechen in Gefahr: Was hinter dem Sicherheits-Ärger steckt
6. November 2026

Martinszüge in Frechen wackeln: Neue Sicherheitsauflagen bringen Schulen und Kitas in Bedrängnis. Die Stadt wehrt sich gegen Vorwürfe und sucht nach Lösungen.

Zoff um Sankt Martin in Frechen

Eigentlich gehört der Martinszug für viele Familien in NRW einfach zum November dazu. Doch in Frechen sorgt das Thema gerade für richtig viel Wirbel. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, mehren sich in den sozialen Medien Meldungen, dass Kitas und Schulen ihre Martinszüge absagen wollen – der Grund sollen verschärfte Sicherheitsauflagen sein, die kaum zu stemmen seien.

Darum geht’s bei den neuen Vorgaben

Konkret heißt es, dass Veranstalter – in der Regel also Grundschulen und Kitas – pro 50 Teilnehmer einen Ordner abstellen müssten. Bei Martinszügen mit teilweise mehr als 1000 Leuten ist das natürlich eine riesige Herausforderung. Dazu kommt laut Bericht die Pflicht, das Zugende mit einem geeigneten Fahrzeug abzusichern und alle Kreuzungsbereiche zu sichern. Kein Wunder also, dass manche Schulen schon angekündigt haben, in diesem Jahr lieber auf ein Fest im Schulhof umzusteigen, statt durch die Straßen zu ziehen.

Die Ordner selbst müssen laut dem Schreiben aus dem Rathaus volljährig sein, eine Binde sowie reflektierende Warnkleidung tragen und dürfen natürlich nicht alkoholisiert sein. Der Orientierungswert liegt bei mindestens 50 Teilnehmenden pro Martinszug. Immerhin: Auf die ursprünglich geplante Auflage, Kreuzungen zusätzlich mit Fahrzeugen abzusichern, wird laut dem Schreiben ausdrücklich verzichtet.

Warum die Polizei nicht mehr so viel helfen kann

Hintergrund der ganzen Debatte ist ein Schreiben aus dem Frechener Rathaus, das Schulen und Kitas kürzlich erreicht hat. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt, teilt Bürgermeister Uwe Tietz den Veranstaltern darin mit, dass die Polizei die Martinszüge nicht mehr im gewohnten Umfang begleiten kann – pro Zug steht künftig nur noch ein Bezirksbeamter zur Verfügung. Für die Absicherung des Zugendes kämen zwar Fahrzeuge von Feuerwehr oder Ordnungsamt infrage, es könne aber nicht garantiert werden, dass das bei jedem Zug klappt. Die Verantwortung für die sichere Durchführung liegt am Ende bei den Veranstaltern selbst, egal ob Unterstützung von Polizei, Feuerwehr oder Ordnungsamt kommt.

Emotionen kochen hoch – Stadt wehrt sich gegen Vorwürfe

In den sozialen Medien wird der Stadt vorgeworfen, dem Brauchtum endgültig den Garaus zu machen. Es gab sogar Vorschläge für eine Demonstration mit Martinslaternen vor dem Rathaus. Die Stadt weist die Kritik laut dem Bericht aber klar zurück: Man habe seitens der Verwaltung keine einzige Veranstaltung abgesagt und setze sich dafür ein, dass die Martinszüge auch in diesem Jahr stattfinden können.

„Die Martinszüge in Frechen sollen auch in diesem Jahr stattfinden können“, heißt es demnach in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Die Umzüge blieben „ein wichtiger Bestandteil des Frechener Brauchtums“. Die Stadt habe die Veranstalter lediglich informiert, wie die Züge unter den aktuellen Rahmenbedingungen sicher über die Bühne gehen können. Manche Sicherheitsanforderungen mussten angepasst werden, andere bleiben wie gehabt bestehen. „Unser Ziel ist es ausdrücklich nicht, Martinszüge zu verhindern“, betont die Verwaltung und verspricht, mit den Veranstaltern im engen Austausch zu bleiben und sie bei der Organisation zu unterstützen.

Auch die Politik mischt sich ein

Die CDU Frechen hat sich laut dem Bericht ebenfalls zu Wort gemeldet: „Unser Ziel ist klar: Martinszüge sollen stattfinden“, so die Partei. Man erwarte, dass Stadt und Veranstalter gemeinsam frühzeitig Lösungen finden, damit gesetzliche Vorgaben und Sicherheitsanforderungen erfüllt werden können – dafür brauche es aber vor allem verständliche und verlässliche Informationen. Trotz aller Beteuerungen bleibt die Verwirrung bei vielen Eltern und Veranstaltern erstmal groß.

Wie es weitergehen könnte

Für die Zukunft bringt die Stadt Frechen laut dem Bericht eine Bündelung der Martinszüge ins Spiel. Angesichts der begrenzten Kapazitäten von Polizei und Ordnungsamt wäre denkbar, künftig innerhalb der Ortsteile jeweils nur noch einen zentralen Martinszug zu veranstalten, statt wie bisher mehrere kleinere. Ob das am Ende die Lösung für die angespannte Lage wird, muss sich aber erst noch zeigen.

Quellen


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