Der Asien-Cup wird verschoben – und Borussia Mönchengladbach entgeht damit einem fiesen Personal-Problem mit gleich sechs betroffenen Spielern im Januar.
Borussia Mönchengladbach steckt gerade bis zum Hals im Abstiegskampf: Vier Punkte aus acht Spielen, Tabellenletzter, dazu ständig neue Verletzungssorgen. Trainer Alexander Blessin musste schon vor dem Auswärtsspiel in Stuttgart auf neun Spieler verzichten, und auch beim zuletzt enttäuschenden 0:0 gegen Paderborn war klar: Die Lage bleibt angespannt. Mitten in diese ohnehin schwierige Situation hätte im Januar eigentlich noch ein richtig fieses Problem reingegrätscht – der Asien-Cup. Doch der wurde jetzt verschoben, und für Gladbach ändert das mal so richtig viel.
Der asiatische Fußballverband AFC hat am 3. November offiziell verkündet, dass das Turnier nicht wie geplant vom 7. Januar bis 5. Februar 2027 stattfindet, sondern erst vom 23. Dezember 2027 bis 21. Januar 2028. Grund dafür sind laut AFC die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien, die als Gastgeberland vorgesehen bleibt, sowie massive Reisebeeinträchtigungen in der Region. Die FIFA muss den neuen Zeitplan zwar noch absegnen, aber die Richtung ist klar. Insgesamt kämpfen 24 Nationalmannschaften um den Titel.
Für Gladbach ist das deshalb relevant, weil gleich sechs Spieler aus dem Kader für eine Teilnahme infrage gekommen wären: Kevin Diks für Indonesien, Jens Castrop für Südkorea sowie die vier Japaner Ko Itakura, Shuto Machino, Daiki Hashioka und Zento Uno. Wie 90min berichtet, galt gerade Diks als sehr wahrscheinlicher Kandidat – er ist nicht nur wichtiger Part der Gladbacher Abwehr, sondern auch zeitweiliger Kapitän seiner Nationalmannschaft. Itakura dagegen hatte den Vereinsverantwortlichen laut Rheinischer Post schon im August signalisiert, zugunsten von Borussia auf das Turnier verzichten zu wollen.
Richtig unangenehm wäre es im Terminkalender geworden: Direkt zum Bundesliga-Neustart gegen Bayern München Anfang Januar hätten potenziell mehrere Nationalspieler gefehlt. Danach folgten mit dem FC Augsburg und Union Berlin ausgerechnet zwei Gegner aus dem unteren Tabellenbereich – also genau die Spiele, die im Abstiegskampf oft den Unterschied machen. Auch die Partien gegen RB Leipzig, bei der SV Elversberg und gegen Freiburg fielen in den ursprünglichen Turnierzeitraum. Bis zu sechs Bundesliga-Spieltage wären also betroffen gewesen, wie viele Spiele am Ende tatsächlich ausgefallen wären, hätte von Nominierungen und dem Abschneiden der jeweiligen Nationalteams abgehangen.
Gladbach ist dabei nicht der einzige Klub, der von der Verschiebung profitiert. Laut 90min betrifft das Problem auch den FC Bayern mit Min-jae Kim und Hiroki Ito, Eintracht Frankfurt mit Ritsu Doan und Keita Kosugi sowie den SC Freiburg, der gleich drei japanische Profis im Kader hat. Auch Mainz 05, Schalke 04 und Union Berlin hätten im Januar mit Abstellungen planen müssen.
Der neue Zeitraum Ende 2027 kommt Gladbach auch deshalb entgegen, weil ein großer Teil des Turniers in die Bundesliga-Winterpause fällt. Die beginnt nach dem 19. Dezember 2027, der Ligabetrieb startet erst am 7. Januar 2028 wieder. Komplett vom Tisch ist das Thema damit aber nicht – erreichen die Nationalteams die K.-o.-Phase, könnten trotzdem noch Bundesligaspiele betroffen sein.
Bei aller sportlichen Erleichterung für Blessin und sein Team darf nicht vergessen werden, warum die Verschiebung überhaupt nötig wurde. Die Angriffe auf Saudi-Arabien haben Menschenleben gefordert und die Sicherheitslage in der Region deutlich verschärft. Die AFC begründet die Entscheidung ausdrücklich mit diesen außergewöhnlichen Umständen und nicht mit sportlichen Erwägungen. Für Gladbach bleibt am Ende trotzdem eine spürbare Entlastung: Eine große zusätzliche Baustelle im Kampf gegen den Abstieg ist erst mal vom Tisch.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!