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Castor-Transporte Jülich–Ahaus: Start auch ohne Gerichtsurteil möglich?
15. Januar 2026

Castor-Transporte Jülich–Ahaus: Orano plant Start schon nächsten Monat – Kritik wegen Sicherheit und laufendem Klageverfahren.

Die geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus sorgen weiterhin für Diskussionen und Proteste. Nach aktuellen Berichten will die Transportfirma Orano bereits im kommenden Monat mit den Transporten beginnen – möglicherweise sogar ohne das abschließende Gerichtsurteil im laufenden Verfahren abzuwarten. Die Transporte stehen vor allem wegen Sicherheits- und Verfahrensfragen in der Kritik.

Worum es geht

Laut WDR plant Orano, die Transporte hochradioaktiven Atommülls von Jülich zum Zwischenlager Ahaus bereits nächsten Monat zu starten, selbst wenn das Gericht noch kein rechtskräftiges Urteil gefällt hat. Dies widerspricht dem bisherigen Versprechen des NRW-Innenministers Reul (CDU), dass keine Transporte vor Abschluss des Rechtswegs stattfinden sollen.

Die wichtigsten Fakten

Die geplanten Fahrten sind Teil einer umfangreichen Umverlagerung von insgesamt 152 Castor-Behältern, die ohne langfristiges Lagerkonzept umgesetzt werden soll. Kritiker warnen vor zusätzlichen Risiken durch die Transporte und bemängeln das bislang unveröffentlichte Strahlenschutzkonzept sowie angekündigte Probetransporte. Anti-Atom-Initiativen und der BUND NRW fordern daher politische Verhandlungen, um eine Weiterlagerung des Atommülls am bisherigen Standort Jülich zu ermöglichen und den umstrittenen Transport zu verhindern.

Hintergrund

Die verlagerten Castor-Transporte sind seit 2020 Thema, da es weiterhin an einem Endlager fehlt und der Atommüll stattdessen von einem Zwischenlager ins nächste gebracht werden soll. Jede Zwischenlagerung und jeder Transport führen zu neuen Kontroversen und bergen nach Ansicht von Gegnern ein erhöhtes Strahlenrisiko für Mensch und Umwelt. Das Vorgehen von Orano wird von Umweltverbänden, Bürgerinitiativen und der Polizei NRW gleichermaßen kritisiert, nicht zuletzt hinsichtlich der Belastung für Einsatzkräfte und Sicherheitsbedenken.

Einordnung für NRW

Sollte Orano tatsächlich ohne endgültiges Gerichtsurteil starten, hätte dies weitreichende Signalwirkung für den Umgang mit atomaren Gefahren in NRW. Es droht ein Castor-Marathon auf maroden Landesautobahnen und es besteht Unklarheit, wie Gerichte, Bevölkerung und Politik jeweils darauf reagieren werden. Auch die öffentlichen Kosten und Sicherheitskonzepte stehen dabei auf dem Prüfstand.

Ausblick

Für den 18. Januar ist eine Protestaktion in Ahaus angekündigt, gefolgt von einer Demonstration am 24. Januar auf dem Autobahn-Rasthof Bottrop – entlang der potenziellen Transportroute. Die Initiativen fordern, dass Sicherheit und Transparenz Vorrang erhalten und weder Eile noch politische oder wirtschaftliche Interessen über Menschen- und Umweltverträglichkeit gestellt werden. Wie sich das Verfahren und die geplanten Transporte weiterentwickeln, wird entscheidend für die künftige Atompolitik in Nordrhein-Westfalen sein.

Quellen

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