Drohnen über sensiblen Zielen: Zahl der Sichtungen in NRW steigt, Aufklärung bleibt schwierig.
Immer mehr Drohnen überfliegen kritische Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen. Die Zahl der polizeibekannten Drohnensichtungen ist von 232 im Jahr 2024 auf 351 im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Täter bleiben meist unentdeckt.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs häufen sich Drohnensichtungen über kritischer Infrastruktur in NRW. Die nordrhein-westfälischen Behörden sehen das Land als einen Schwerpunkt für Drohnenüberflüge, was insbesondere an der industriellen Dichte und der Ansiedlung bedeutender Rüstungsunternehmen liegt. Innenminister Herbert Reul berichtet dem Düsseldorfer Landtag über die aktuelle Lage.
Die Zahl der polizeibekannten Drohnensichtungen in NRW stieg von 232 im Jahr 2024 auf 351 im Jahr 2025. Das Bundeskriminalamt erfasste insgesamt bundesweit eine niedrige vierstellige Anzahl an Drohnensichtungen über kritischer Infrastruktur, militärischen Einrichtungen und Rüstungsunternehmen, davon eine niedrige dreistellige Zahl in NRW. In keinem der vom Landeskriminalamt ausgewerteten Fälle konnte ein Tatverdächtiger oder Drohnenführer festgestellt werden. Die Ermittlungen dauern noch an und eine eindeutige Zuordnung zu ausländischen Staaten oder Nachrichtendiensten liegt nicht vor. (stern.de)
Zur kritischen Infrastruktur zählen Sektoren wie Energieversorgung, Wasser, Ernährung, Gesundheit, IT/Telekommunikation, Transport/Verkehr, Finanzwesen, Staat/Verwaltung sowie Medien/Kultur. Ein Ausfall kann die öffentliche Sicherheit und Versorgung gefährden. Beispielhafte Ziele sind Stromnetze, Krankenhäuser oder Lebensmittelketten. Seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 werden Drohnenüberflüge über kritischer Infrastruktur regelmäßig gemeldet. Auch der Verfassungsschutz meldet ein gestiegenes Aufkommen über Militärstandorten und KRITIS.
Nordrhein-Westfalen ist durch seine Industrie und Rüstungsunternehmen besonders im Fokus. Aufklärungs- und Ermittlungsarbeit gestaltet sich höchst schwierig, weil die Täter meist unerkannt bleiben. So konnten 2025 auch bei politisch motivierten Einzelfällen keine Tatverdächtigen ermittelt werden.
Die Behörden warnen vor dem Missbrauch von Drohnen zu kriminellen Zwecken, darunter Ausspähung oder Sabotage. Drohnen können zudem zur Verunsicherung der Bevölkerung beitragen. Die Meldezahlen steigen weiter. Die nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden und der Verfassungsschutz setzen die Beobachtung fort und prüfen jeden einzelnen Vorfall intensiv weiter. Eine flächendeckende Aufklärung bleibt jedoch vorerst eine Herausforderung.
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