Ott will das NRW-Schulsystem grundlegend umbauen und auf zwei Schultypen, Gymnasium und Gesamtschule, umstellen.
Jochen Ott, der designierte Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl 2027 in NRW, strebt einen grundlegenden Umbau des Schulsystems an. Die SPD plant, das derzeit vielfältige Schulsystem auf ein zweigliedriges Modell umzustellen – mit Gymnasien und Gesamtschulen als einzige weiterführende Schulformen nach der Grundschule.
Bis 2032 soll das Schulsystem in Nordrhein-Westfalen nach SPD-Plänen im Wesentlichen nur noch aus Gymnasien und Gesamtschulen bestehen. Aktuell gibt es zahlreiche Schulformen, darunter Haupt-, Real-, Sekundar-, Berufsschulen sowie experimentelle Modelle wie Gemeinschafts- oder Primus-Schulen. Jochen Ott und die SPD sehen darin eine Ursache für Verunsicherung bei Eltern und Schülern und kritisieren, dass nicht einmal die Schulministerin mehr alle Formen aufzählen könne.
Während einige experimentelle Schulmodelle wie die Primus-Schulen – bei denen Kinder von Klasse 1 bis 10 gemeinsam unterrichtet werden – seit dem Schuljahr 2013/2014 getestet werden, besteht das NRW-Schulsystem traditionell aus mehreren Säulen. Die SPD bezieht sich auf ein am Wochenende beschlossenes Positionspapier ihres Landesvorstands. Ott betont, die Reform könne nicht abrupt umgesetzt werden und garantiert jedem das Beenden seines begonnenen Bildungsgangs.
Laut Ott müssen jedes Jahr viele Kinder in niedrig eingestufte Schulformen „abgeschult“ werden, was die Verunsicherung verstärke. Jeder fünfte Schulabsolvent in NRW sei laut SPD-Angaben nicht in der Lage, direkt in eine berufliche Ausbildung zu gehen. Ziel der Reform ist laut Ott, das Schulsystem wieder „in Ordnung zu bringen“, weniger Kinder zu Verlierern zu machen und Eltern mehr Orientierung zu bieten.
Sollte die SPD 2027 die Landtagswahl gewinnen, wird die Einführung des zweigliedrigen Systems das zentrale bildungspolitische Projekt der folgenden Jahre in NRW sein. Neben der Strukturreform plant Ott zudem, einen „handyfreien Vormittag“ an Schulen einzuführen, um analoge Zeiten für Kinder sicherzustellen. Über die konkrete Umsetzung dieser Vorhaben soll noch diskutiert werden.
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