Bonns OB Déus unter Druck: Grundstücksaffäre Hangelar erschüttert Stadtspitze. Sondersitzung und Ermittlungen zur Einflussnahme.
Die Stadt Bonn erlebt eine Vertrauenskrise: Umstritten ist der Verkauf eines Grundstücks am Flugplatz Hangelar. Im Raum steht der Verdacht, dass die Verwaltungsspitze um Oberbürgermeister Guido Déus unzulässig in das Verfahren eingegriffen haben könnte. Eine Sondersitzung des Stadtrats beschäftigte sich mit den Vorwürfen.
Im Fokus steht die Frage, ob ein enger Mitarbeiter von Oberbürgermeister Déus die Stadtwerke Bonn (SWB) gezielt daran gehindert hat, ein städtisches Grundstück am Flugplatz Hangelar zu kaufen. Diese mögliche Intervention stellt die Einhaltung von Compliance-Regeln sowie die Grenzen der rechtmäßigen Einflussnahme auf kommunale Beteiligungen in Frage. ad-hoc-news.de
Die Vorwürfe sind so schwerwiegend, dass das städtische Rechnungsprüfungsamt und eine externe Anwaltskanzlei mit der Aufarbeitung beauftragt wurden. Die Ratsfraktion der Grünen forderte öffentlich Aufklärung und konfrontierte die Stadtführung mit einem umfangreichen Fragenkatalog zu Abläufen, Absprachen und weiteren Interessenten am Grundstück.
Im Zentrum steht, ob Governance-Regeln eingehalten wurden – also die Spielregeln der Stadt bei Beteiligungen an Unternehmen wie den Stadtwerken Bonn. Jede inoffizielle Einflussnahme gefährdet das notwendige Vertrauen in städtische Entscheidungsstrukturen. Die Affäre hat bereits Spuren hinterlassen: Anfang Januar kündigte Déus an, vorläufig auf den Vorsitz des Aufsichtsrats der Stadtwerke Bonn zu verzichten, um „jeglichen Anschein einer möglichen Einflussnahme“ zu vermeiden.
Der Fall ist für kommunale Unternehmen in Nordrhein-Westfalen exemplarisch. Er unterstreicht, wie wichtig klare Regeln und Transparenz im Umgang mit öffentlichen Beteiligungen sind. Die laufenden Ermittlungen werden daher auch über Bonn hinaus mit Interesse verfolgt.
Die Ergebnisse der Prüfungen durch das Rechnungsprüfungsamt und externe Anwälte werden entscheidend sein. Sollte sich der Verdacht bestätigen, sind personelle und rechtliche Konsequenzen nicht ausgeschlossen. Unabhängig vom Ausgang hat das Vertrauensverhältnis zwischen Rathaus und Stadtwerken spürbar gelitten. Die Stadtpolitik steht vor einer Bewährungsprobe. ad-hoc-news.de
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