Rosenmontagszug 2026: Trump, Merz und AfD prägen die Motivwagen. Eine Figur fehlt – und sorgt für Gesprächsstoff in NRW.
Zum diesjährigen Rosenmontagszug am 10. Februar 2026 sorgten in Köln und Mainz erneut aufsehenerregende Motivwagen für Gesprächsstoff. Die Karnevalisten setzen mit meterhohen Figuren auf politische Satire – doch eine bekannte Figur fehlte dieses Mal.
Wie jedes Jahr rollten in den Karnevalshochburgen Köln und Mainz politisch zugespitzte Motivwagen durch die Straßen. Im Mittelpunkt standen 2026 prominente Politiker wie US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz, begleitet von gesellschaftskritischen Darstellungen rund um die AfD. Die Auswahl der Wagen spiegelt aktuelle Debatten wider und ist traditionell ein Höhepunkt der närrischen Tage.
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Der Kölner Rosenmontagszug präsentierte Trump mit entblößtem Hinterteil, wie er der NATO, der EU und weiteren Institutionen den Rücken kehrt. Friedrich Merz wurde als „Kanzler der Schmerzen“ im Sado-Maso-Studio „Groko happy aua Club“ dargestellt, die AfD als blaue Schlange, die den deutschen Michel hypnotisiert. In Mainz persiflierte ein Motivwagen Trump – hier machte sich „König Trump“ über die Freiheitsstatue in den Überresten von Recht und Freiheit her. Ein Wagen zeigte Merz auf einem sinkenden Schlauchboot mit gesammelten Versprechungen, verfolgt von Altkanzlerin Merkel als Seeungeheuer. Verteidigungsminister Boris Pistorius wurde hilflos im Kampf gegen Drohnen persifliert. (ZDFheute)
Die Motivwahl folgt laut Mainzer Kreativkreissprecher Boris Henkel einer gesellschaftlichen Stimmungsanalyse – kurzfristige Aufreger spielen eine geringere Rolle als langfristige Trends. Pro Wagen investieren die Vereine rund drei Monate Handarbeit und circa 18.000 Euro. Die Technik wird aufwändiger: Drehende Figuren, Spezialeffekte und aufwendig bemalte Aufbauten machen die Präsentation immer eindrucksvoller. (ZDFheute)
Auffällig in diesem Jahr ist das Fehlen eines Putin-Motivs. Weder in Köln noch in Mainz wurde der russische Präsident dargestellt – anders als in Düsseldorf, wo Wagenbauer Jacques Tilly mit seinen Putin-Figuren und einem russischen Gerichtsverfahren Aufsehen erregte. Aus Respekt gegenüber Tilly und aufgrund der aktuellen Lage verzichteten die Kölner und Mainzer Karnevalisten bewusst auf diese Darstellung. (ZDFheute)
Die Motivwagen bleiben ein wesentlicher Bestandteil politischer Meinungsäußerung in NRW und Deutschland. Für den weiteren Tag waren mögliche Überraschungen angekündigt, da in Köln noch ein Motivwagen hinter einer schwarzen Plane verhüllt blieb. Die Spannung rund um den Karnevalsumzug unterstreicht die Bedeutung der Veranstaltung als Spiegel aktueller Stimmungslagen im Land.
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