Trotz sinkender Kakaopreise werden Schoko-Osterhasen immer teurer. Was steckt hinter den Preiserhöhungen bei Lindt & Co?
Die Preise für Schoko-Osterhasen und Schokolade sind innerhalb eines Jahres erneut erheblich gestiegen – und das, obwohl die Rohkakaopreise zuletzt deutlich gefallen sind. Verbraucher merken das besonders vor den Feiertagen im Supermarktregal.
Aktuelle Auswertungen zeigen: Schokoladenprodukte kosten je nach Größe und Marke 7 bis 29 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der beliebte Lindt-Osterhase verteuerte sich im 100-Gramm-Format um 70 Cent (+16 %) gegenüber März 2025, der 50-Gramm-Hase um 50 Cent (+18 %). Auch andere bekannte Marken wie Milka haben die Preise erhöht. Im Vergleich zu 2024 liegen die Preise für viele Schokoladenartikel heute bis zu 44 Prozent höher (Deutschlandfunk).
Obwohl die Rohkakaopreise nach einer Rekordrallye 2024 wieder auf Vorkrisenniveau von 2023 zurückgegangen sind (zuletzt etwa 2.800 Euro/Tonne), bleiben die Endverbraucherpreise hoch. Ursache sind laut Herstellern vor allem langfristige Einkaufskontrakte: Die günstigeren Rohstoffpreise schlagen hier erst mit Zeitverzögerung durch. Zudem bleiben weitere Kosten für Nüsse, Verpackungen und Energie laut Lindt & Sprüngli hoch. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie bestätigt, dass sich Rohstoff-Entwicklungen oft erst nach mehreren Monaten im Handel bemerkbar machen (Deutschlandfunk).
Die Preissteigerungen betreffen sämtliche Supermärkte und Discounter – auch in NRW. Eigenmarken konnten ihre Preise etwas senken, Markenprodukte blieben dagegen teuer. Verbraucher greifen deshalb seltener zu Schokolade: Laut YouGov-Umfrage isst jeder Zweite mittlerweile weniger als noch vor zwei Jahren (Deutschlandfunk).
Ein besonders eindrucksvoller Vergleich: Lindt-Schokolade ist mittlerweile teurer als hochwertiges Frischfleisch, so Handelsexperte Kortum. Insgesamt ist eine Schokoladentafel laut Statistischem Bundesamt im Januar 2026 rund 70 % teurer als 2020, Schokoriegel sogar 75 % (Deutschlandfunk).
Auch wenn die Rohstoffkosten gesunken sind, rechnen Experten nicht unmittelbar mit sinkenden Endverkaufspreisen für Marken-Schokolade. Das liegt an den oben genannten Verzögerungseffekten und weiterhin hohen Kosten für Zutaten und Verpackung. Kunden müssen also weiterhin mit hohen Preisen im Schokoladenregal rechnen.
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