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Aktivisten blockieren Panzerbauer- und Pipeline-Werk in Mülheim
30. Mai 2026

Mülheim: Aktivisten blockieren Panzerbauer- und Pipeline-Werk wegen CO2-intensiver Stahlproduktion.

Klimaaktivisten haben am Freitag Werke des Panzerbauers KNDS und eines Pipeline-Herstellers in Mülheim an der Ruhr blockiert. Anlass des Protests ist die CO2-intensive Stahlproduktion, die nach Ansicht der Beteiligten zu stark auf fossile Energien setzt.

Worum es geht

Ziel der Aktion war es, auf die energieintensive Herstellung von Stahl und deren Verwendung für militärische Zwecke aufmerksam zu machen. Die Demonstrierenden forderten eine Umnutzung der Produktion zugunsten erneuerbarer Technologien.

Die wichtigsten Fakten

Am Werk des Panzerbauers KNDS wurde der Zugang zur früheren Friedrich-Wilhelms-Hütte blockiert und der Schichtwechsel verhindert. Nach Angaben des Aktionsbündnisses Ende Gelände beteiligten sich rund 200 Menschen, laut Polizei waren es etwa 120. Die Firmenzufahrt blieb versperrt und die Polizei war vor Ort im Einsatz.
Später zogen Aktivistinnen und Aktivisten weiter zum Mülheimer Werk der Firma Europipe, das Rohre für Pipelines herstellt. Dort wurden Schienen blockiert, auf denen das Werk beliefert wird. Personengleise waren nicht betroffen, Mitarbeitende konnten das Gelände weiterhin betreten und verlassen. Die Polizei zählte rund 100 Protestierende an diesem Standort.

Hintergrund

Die Sprecherin von Ende Gelände kritisierte, dass Stahl heute vor allem mit Kohle und Gas produziert wird. Sie forderte eine Verwendung für Windräder und Eisenbahn-Schienen und sprach sich gegen die Abhängigkeit von fossilen Energien und deren geopolitische Risiken aus. Laut ihr liefen in der Vergangenheit in der betroffenen Fabrik Rotornaben für Windräder vom Band, nun werde hauptsächlich Panzerstahl mithilfe von Gas hergestellt.

Einordnung für NRW

Die Protestaktionen fanden in einem wichtigen industriellen Zentrum Nordrhein-Westfalens statt, das für die Energie- und Stahlindustrie eine zentrale Rolle spielt. Die Proteste richteten sich gezielt gegen eine regionale Praxis, die bundes- und europaweit Aufmerksamkeit erzeugt.

Ausblick

Im Rahmen weiterer Proteste traf auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg in NRW ein, um beim Klimacamp gegen neue Gaskraftwerke in Hamm dabei zu sein. Das Aktionsbündnis Ende Gelände hatte für den Freitag weitere Aktionen zivilen Ungehorsams angekündigt. Ob Thunberg an den Blockaden in Mülheim teilnahm oder im Camp blieb, war zunächst unklar.

Quellen

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