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Mehr Unfälle auf dem Schulweg: Fahrrad als Risikofaktor
31. Mai 2026

Mehr Unfälle auf dem Schulweg: Besonders Radfahrende sind betroffen. Aktuelle DGUV-Zahlen und Hintergründe zum Anstieg.

Worum es geht

Im ersten Halbjahr 2025 ist die Zahl der Verkehrsunfälle auf dem Schulweg in Deutschland um rund fünf Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind Schülerinnen und Schüler, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die aktuellen Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigen, dass sich die Lage nicht entspannt – Diskussionen um sichere Schulwege flammt erneut auf.

Die wichtigsten Fakten

Im Zeitraum Januar bis Juni 2025 wurden bundesweit 42.303 Schulwegunfälle gezählt, im Vorjahreszeitraum waren es 40.416. Niedersachsen meldet mit 5.076 Unfällen die meisten Fälle unter den norddeutschen Bundesländern und belegt bundesweit Rang vier hinter Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Schleswig-Holstein und Hamburg zusammen verzeichneten 2.043 Unfälle, Mecklenburg-Vorpommern 778. Knapp 43 Prozent der verunglückten Schülerinnen und Schüler waren mit dem Fahrrad unterwegs, gefolgt von Autounfällen (11 Prozent) und Unfällen als zu Fuß Gehende (9 Prozent).

Hintergrund: Warum die Zahlen steigen

Eine Analyse der DGUV sieht mehrere Ursachen für die regionalen Unterschiede: Zum einen spielt die Länge des Schulwegs eine Rolle. In weitläufigen Flächenländern wie Niedersachsen sind die Wege länger, entsprechend steigt das Risiko für Unfälle. In Großstädten wie Hamburg oder Berlin, wo die Schulwege tendenziell kürzer sind und das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln größer ist, fallen die Unfallzahlen geringer aus. Die Nutzung von Bus und Bahn gilt als weniger unfallanfällig als das Fahrrad, das gerade von älteren Schülerinnen und Schülern häufig gewählt wird.

Einordnung für NRW

Auch in Nordrhein-Westfalen ist das Sicherheitsrisiko auf dem Schulweg hoch, da das Land zu den Bundesländern mit den meisten Schulwegunfällen zählt. Die aktuellen Zahlen unterstreichen, dass die Sicherheit auf den Wegen zur Schule ein drängendes Thema bleibt. Regionale Unterschiede erklären sich demnach durch Infrastruktur, Verkehrsaufkommen und Mobilitätsgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler.

Reaktionen und Maßnahmen

Die Unfallkasse empfiehlt ausdrücklich, dass Kinder selbstständig zur Schule gehen oder fahren, da Elterntaxis die Verkehrssituation vor Schulen verschärfen können. Als Gegenmaßnahmen werden Schulwegpläne gefordert, die auf Gefahrenstellen hinweisen und sichere Routen aufzeigen. Kommunen reagieren bereits: Es werden vereinzelt Straßen vor Schulen gesperrt. Der Appell an Städte und Gemeinden lautet, die Schulumgebung kindgerecht und fehlertolerant zu gestalten.

Ausblick

Die Entwicklung zeigt, dass weitere Anstrengungen zum Schutz von Schulkindern im Straßenverkehr nötig sind. Diskutiert werden der Ausbau öffentlicher Verkehrsangebote sowie die Förderung kindgerechter Infrastruktur. Regelmäßige Unfallstatistiken und Schulwegpläne bieten Kommunen und Schulen wichtige Ansatzpunkte, um die Sicherheit gezielt zu verbessern.

Quellen

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