Kölner Dom kostet ab Juli 12 Euro Eintritt für Touristen. Alle Fakten zur neuen Regelung, Ausnahmen und Einordnung für NRW.
Ab Juli 2026 kostet der Besuch des Kölner Doms für Touristen 12 Euro Eintritt. Gottesdienstbesucher und Betende sind weiterhin kostenfrei vom Eintritt ausgenommen. Die neue Regelung sorgt in Köln für Diskussionen und orientiert sich an anderen europäischen Kathedralen.
Das Kölner Domkapitel hat mitgeteilt, dass ab Juli der Zutritt zum Kölner Dom für Besucher 12 Euro kosten wird. Von dieser Eintrittsgebühr ausgenommen sind Menschen, die am Gottesdienst teilnehmen oder im Dom beten möchten.
Nur 1 Prozent der Dombesucher kommen laut Dompropst Assmann nicht als Touristen. Bisher war der große Innenraum des Doms kostenlos zugänglich; Eintritt fällig wurde lediglich für die Schatzkammer und die Aussichtsplattform. Neben Gottesdienstbesuchern erhalten auch Betende freien Zugang.
An bestimmten Tagen bleibt der Eintritt für alle kostenlos: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag, am 1. Mai (Tag der Arbeit), am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie zur Dreikönigswallfahrt.
Die Entscheidung wird intensiv debattiert. Kritiker befürchten, der Dom könnte seine Rolle als „offenes Herz der Stadt“ verlieren. Befürworter verweisen auf Länder, in denen Kathedralen seit Jahren Eintritt erheben, etwa der Mailänder Dom, die Sagrada Familia in Barcelona oder Westminster Abbey in London, wo die Preise oftmals über 30 Euro liegen. Als Ausnahme gelten Kathedralen wie Notre-Dame in Paris oder der Petersdom in Rom, deren Besuch weiterhin kostenlos ist.
In Deutschland sind die meisten Kirchen bislang frei zugänglich. Der Kölner Dom zählt seit 1996 zum Weltkulturerbe und ist ein zentrales Wahrzeichen Nordrhein-Westfalens. Die Debatte in Köln könnte Signalwirkung für ähnliche Regelungen in anderen Städten entfalten.
Ob damit die Instandhaltung des Weltkulturerbes nachhaltig gewährleistet werden kann und ob andere Städte nachziehen, bleibt abzuwarten. Die Diskussion rund um Erhalt und Zugänglichkeit historischer Bauten dürfte weitergehen.
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