Kölner Dom verlangt 2026 erstmals Eintritt von Touristen – was sich jetzt für Besucher ändert.
Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 wird für Besucherinnen und Besucher des Kölner Doms ein Eintrittsgeld fällig. Der Grund: Die berühmte Kathedrale kämpft seit Jahren mit finanziellen Problemen. Nicht alle sind von der neuen Regelung betroffen.
Wie Dompropst Guido Assmann mitteilte, betrifft der Eintritt ausschließlich Touristinnen und Touristen. Wer einen Gottesdienst besuchen oder zum persönlichen Gebet in die Kathedrale kommen will, darf weiterhin kostenlos hinein. Auch Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleiben von der Gebühr befreit, wie Präsidentin Barbara Schock-Werner erklärte. Jährlich besuchen rund sechs Millionen Menschen den Kölner Dom.
Seit 2019 gibt der Kölner Dom regelmäßig mehr Geld aus, als er einnimmt. Bereits im Jahr 2020 entstand ein Defizit von 2,2 Millionen Euro, da etwa Einnahmen aus Turmbesteigungen und der Domschatzkammer pandemiebedingt wegfielen. Auch klassische Quellen wie das Anzünden von Kerzen brachen weg. Die Rücklagen, mit denen die Verluste bisher ausgeglichen wurden, reichen inzwischen nicht mehr aus. Die größten Anteile am Budget kommen vom Zentral-Dombau-Verein und dem Erzbistum Köln. Weitere Mittel fließen vom Land NRW, der Stadt Köln sowie aus diversen Eintritten und Kollekten.
Der Einlass ins Gotteshaus kostet laut Verantwortlichen jeden Tag 23.200 Euro, insbesondere Reinigung und Personal schlagen heftig zu Buche. Die hohe Zahl der Touristen führt zusätzlich zu erheblichem Verschleiß und Reinigungsbedarf, wie etwa im Winter durch Streusalz. 2024 lagen die Reinigungskosten allein bei 187.000 Euro, bei Gesamtausgaben von rund 14,2 Millionen Euro.
Die meisten katholischen Kirchen in Deutschland sind kostenlos zugänglich. Nur wenige Ausnahmen, wie der Berliner Dom, erheben Eintritt. Im europäischen Ausland ist ein Eintrittspreis für den Besuch berühmter Sakralbauten längst üblich. Die Verantwortlichen am Kölner Dom orientieren sich bei ihrer Entscheidung auch an Beispielen wie der Sagrada Família in Barcelona oder dem Stephansdom in Wien.
Wie genau das Modell in Köln umgesetzt wird und wie hoch die zukünftige Gebühr ausfällt, ist noch offen. Klar ist aber: Die Verantwortlichen hoffen, mit der neuen Eintrittsregelung eine langfristige Finanzierungsbasis zur Erhaltung eines der wichtigsten Bauwerke Deutschlands zu schaffen. Die Maßnahme stößt bereits jetzt auf reges Interesse – seit der Ankündigung haben viele Menschen Mitgliedsanträge beim Zentral-Dombau-Verein gestellt. Mehr Details gibt es bei katholisch.de.
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