NRW-Landesregierung schafft mehr Medizin-Studienplätze – Gegen den Hausärztemangel in Nordrhein-Westfalen.
Der Ärztemangel in Nordrhein-Westfalen verschärft sich weiter. Besonders betroffen sind Hausarztpraxen, von denen mittlerweile Hunderte unbesetzt sind. Die Landesregierung hat Maßnahmen angekündigt, um gegenzusteuern.
Nach aktuellen Berichten waren im Herbst 574 Hausarztpraxen in NRW unbesetzt. Seit 2006 hat sich die Zahl der jährlich ausscheidenden Hausärzte um fast 80 Prozent erhöht, während die Zahl der neu zugelassenen Hausärzte deutlich niedriger ist. Besonders gravierend zeigt sich die Lage in Westfalen-Lippe, wo mehr als die Hälfte der Hausärzte älter als 60 Jahre ist.
Die Landesregierung plant konkrete Schritte, um dem zunehmenden Mangel an Hausärzten zu begegnen. Bis zum Herbst soll ein Fahrplan für den Aufbau einer Medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe erarbeitet werden. Zusätzlich soll an jeder medizinischen Fakultät in NRW eine W3-Professur für Allgemeinmedizin geschaffen werden. An der Universität Witten/Herdecke soll die Zahl der Medizinstudienplätze bis 2024 verdoppelt werden – von 84 auf 168 pro Jahr (forschung-und-lehre.de).
Laut dem WDR hat die dramatische Entwicklung verschiedene Ursachen. Neben der steigenden Zahl an ausscheidenden Ärzten nimmt insbesondere im ländlichen Raum die Nachbesetzung von Hausarztpraxen ab. In Westfalen-Lippe sind bereits 57 Prozent der Hausärzte älter als 60, knapp 20 Prozent sogar über 65. Auch im Landesteil Nordrhein ist die Lage mit 40 Prozent über 60-Jährigen angespannt.
NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann warnt vor einer möglichen Versorgungskatastrophe, wenn nicht kurzfristig gegengesteuert wird. Die geplanten neuen Fakultäten und Professuren sollen dem drohenden Personalmangel begegnen und das Interesse für den Beruf des Hausarztes stärken.
Mit der Ausweitung der Medizinstudienplätze und gezielten Fördermaßnahmen will die Landesregierung die hausärztliche Versorgung in NRW langfristig sichern. Es bleibt abzuwarten, ob die eingeleiteten Schritte ausreichen, um den Trend zu stoppen und wieder mehr junge Ärztinnen und Ärzte für die Allgemeinmedizin zu gewinnen.
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