Ein Motorradfahrer stirbt in Köln nach dem Überfahren einer Bordsteinkante – jetzt fordert eine Augenzeugin Konsequenzen von Straßen.NRW.
Der 3. Juli 2026 ist ein Tag, den Didem Ergül nie vergessen wird. Die 34-Jährige aus Pulheim ist an diesem Freitagnachmittag auf der östlichen Zubringerstraße (L124) in Köln stadtauswärts in Richtung A4 unterwegs – als sich direkt vor ihr ein tragischer Unfall ereignet.1 Seitdem fordert sie lautstark Konsequenzen. Doch von vorne.
Gegen 17.30 Uhr fährt ein 35-jähriger Motorradfahrer mit seiner Suzuki auf dem rechten Fahrstreifen der L124 in Richtung Autobahnkreuz Köln-Gremberg. Kurz vor der Fahrbahntrennung zur Ausfahrt Vingst lenkt er offenbar nach rechts – vermutlich, um die Ausfahrt noch zu erreichen. Dabei überfährt er eine Bordsteinkante, verliert die Kontrolle über sein Motorrad und wird laut Zeugenaussagen über die Leitplanke gegen einen Baum geschleudert.1
Didem Ergül gehört zu den ersten Autofahrerinnen, die anhalten und aussteigen. Sie sieht den schwer verletzten Mann bewusstlos an der Leitplanke liegen und setzt sofort den Notruf ab. Trotz Reanimation erliegt der 35-Jährige später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.1 „Es war furchtbar. Ich war noch nie mit so einer Situation konfrontiert“, sagt Ergül.
Was Didem Ergül nicht loslässt: War dieser Bordstein überhaupt notwendig? Nach dem Unfall wurden an der Unfallstelle rote Warnbaken aufgestellt – ein Zeichen, dass die Stelle als gefährlich eingestuft wird.1 Die Augenzeugin fordert nun den Landesbetrieb Straßen.NRW auf, die mögliche Gefahrenquelle an der Unfallstelle zu entschärfen. Ihre Frage klingt simpel, hat aber große Sprengkraft: Wäre der Motorradfahrer noch am Leben, wenn der Bordstein dort gar nicht wäre?
Ob der Bordstein tatsächlich überflüssig ist oder eine verkehrstechnische Funktion erfüllt, ist bislang nicht abschließend geklärt. Klar ist aber: Der Tod des 35-Jährigen hat eine Debatte über die Sicherheit dieser Straßenstelle angestoßen, die jetzt nicht mehr ignoriert werden kann.
Dass Köln und seine Straßen immer wieder für Schlagzeilen sorgen, zeigt sich auch an anderer Stelle. Wir haben in einem früheren Beitrag über einen Polizisten berichtet, der in Köln-Buchheim bei einer Routinestreife zwei in Frankreich gestohlene Autos in einem Hinterhof entdeckte – auch das ein Fall, der zeigt, wie wichtig Aufmerksamkeit im Alltag ist.2
Didem Ergüls Forderung ist klar: Straßen.NRW soll handeln und die Gefahrenstelle unter die Lupe nehmen. Ein junger Mann ist tot – und wenn ein möglicherweise überflüssiger Bordstein dazu beigetragen hat, dann darf das nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Warnbaken sind kein dauerhafter Schutz.
Die Geschichte hinter dem Unfall auf der östlichen Zubringerstraße in Köln ist mehr als ein Polizeibericht. Es ist eine Geschichte über eine Frau, die trotz Schock und Entsetzen nicht wegsieht – und jetzt dafür sorgen will, dass so etwas nicht nochmal passiert. Respekt dafür, Didem.
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