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Bildungskrise in Köln: Immer mehr Jugendliche verlassen die Schule ohne Abschluss
17. Juli 2026

In Köln verlassen immer mehr Jugendliche die Schule ohne Abschluss – 3,5 Prozent im letzten Jahr.

Ein stiller Einschnitt mit großen Folgen

Kein Abschlusszeugnis, keine klare Perspektive – für viele Jugendliche in Köln und ganz NRW ist das bittere Realität. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und machen nachdenklich: Immer mehr junge Menschen verlassen die Schule, ohne einen Abschluss in der Tasche zu haben. Und das hat langfristige Folgen, nicht nur für den einzelnen, sondern für die gesamte Gesellschaft.1

Die Zahlen aus Köln und NRW

In Köln haben im vergangenen Jahr 340 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen. Das entspricht laut Zahlen von IT NRW 3,5 Prozent der rund 9.600 Kölner Schülerinnen und Schüler. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar „nur“ ein Plus von 0,1 Prozent – doch der Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt das eigentliche Ausmaß der Entwicklung: Seit 2015 verlassen 20 Prozent mehr Kinder die Schule ohne Abschluss. 2015 lag die Quote noch bei 2,9 Prozent.1

Noch drastischer sieht es im gesamten Bundesland aus. In NRW hat sich der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss zwischen 2015 und 2025 fast verdoppelt: Von 2,2 Prozent auf 4,2 Prozent. Das bedeutet konkret: 7.430 von gut 178.000 Jugendlichen gehen ohne Abschluss ins weitere Leben – ein Zehnjahreshöchststand.1

Wo ist die Lage besonders ernst?

Innerhalb von NRW gibt es große Unterschiede. Besonders betroffen sind diese Städte und Regionen:

  • Krefeld: 9,4 Prozent
  • Gelsenkirchen: 8,1 Prozent
  • Oberhausen: 6,9 Prozent

Auf der anderen Seite zeigt der Rheinisch-Bergische Kreis mit 2,5 Prozent den besten Wert in NRW. Bonn liegt bei 2,8 Prozent, Leverkusen und Düsseldorf kommen mit jeweils 3,8 Prozent auf eine ähnliche Quote wie Köln.1

Was steckt dahinter?

Tim Engartner von der Universität Köln bringt es auf den Punkt: „Es ist ein gewaltiges gesamtgesellschaftliches Problem, dass die Jugendlichen so viel am Smartphone hängen.“ Experten sehen in der steigenden Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss eine Entwicklung mit langfristigen Folgen – vor allem für den Übergang in Ausbildung und Beruf. Wer keinen Schulabschluss vorweisen kann, hat häufig lebenslang damit zu kämpfen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.1

Was bedeutet das für uns alle?

Diese Zahlen sind kein abstraktes Statistik-Problem – sie betreffen echte junge Menschen in unserer Region, hier in NRW. Jeder Jugendliche, der ohne Abschluss die Schule verlässt, verliert wertvolle Chancen. Und die Gesellschaft verliert potenziell gut ausgebildete Fachkräfte, die dringend gebraucht werden. Die Entwicklung zeigt: Hier muss dringend etwas passieren – auf politischer, schulischer und gesellschaftlicher Ebene.1

Bleibt zu hoffen, dass die alarmierenden Zahlen den nötigen Anstoß geben, um gegenzusteuern. Denn jeder Abschluss, der verloren geht, ist einer zu viel.

Quellen

  1. Bildungskrise: Immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss in Köln – Kölnische Rundschau


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