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Nibelungen-Festspiele in Worms: „Die Hunnenkönigin“ feiert Premiere
18. Juli 2026

Die Nibelungen-Festspiele in Worms feiern Premiere mit „Die Hunnenkönigin

Macht, Vergeltung und ein Hauch Apokalypse

Gelächter, Feierlaune und ein König im Mittelpunkt — so beginnt die neue Inszenierung der Nibelungen-Festspiele in Worms. Doch das Publikum weiß: Das geht nicht gut aus. „Die Hunnenkönigin“ macht aus dem alten Nationalmythos einen rauschhaften Trip durch Macht, Rache und Vergeltung — und trifft dabei den Nerv unserer Zeit.1

Ein mittelalterliches Epos, brandaktuell erzählt

Hinter der Inszenierung steckt die britische Theatercompagnie Les Enfants Terribles. Oliver Lansley schrieb das Buch, die Regie übernahm er gemeinsam mit James Seager. Ihr Ansatz: das mittelalterliche Nibelungenlied aus der Vergangenheit reißen und als knallhartes Gegenwartsdrama auf die Bühne bringen.1

Das gelingt eindrucksvoll. Auf einer kreisrunden Drehbühne, mit dem mächtigen Wormser Dom als stummem Zeugen im Rücken, prallen bei verglühendem Abendlicht Lebenswelten aufeinander. Sätze über Abschreckung, Frieden und Macht klingen dabei erschreckend vertraut — als wären sie nicht aus einer mittelalterlichen Sage, sondern direkt aus den Debatten von heute.1

Starke Frauen, harte Wahrheiten

Besonders stark: Jeanette Hain als Königinmutter Ute. Ihr Satz „Stolze Herzen brechen am härtesten“ schwebt wie eine düstere Vorahnung über dem gesamten Abend. Und dann folgt die eigentliche Anklage — gegen eine Männerwelt, die Kriege feiert und deren Konsequenzen die Frauen tragen müssen: „Wir bluten nicht auf den Schlachtfeldern, wir bluten in den Laken.“1

Maria Dragus zeigt die rachedurstige Kriemhild als zutiefst verletzten Menschen — spielfreudig, vielschichtig und alles andere als eindimensional. Diese Kriemhild ist keine Schurkin, sie ist eine Frau, die von einer Welt gebrochen wurde, die ihr keine andere Wahl ließ.1

Prominenter Premierengast: Minister Pistorius

Zur Premiere war auch Bundesminister Boris Pistorius zu Gast. Er erkannte in den Themen des Stücks eine unbequeme Wahrheit — und das ist vielleicht das größte Kompliment, das man einem Theaterstück machen kann: dass es einen zwingt, unbequeme Fragen mitzunehmen, wenn man das Freilufttheater verlässt.1

Fazit: Hingehen, bevor der Vorhang fällt

„Die Hunnenkönigin“ ist großes Theater unter freiem Himmel — mit Wucht, mit Witz und mit echtem Tiefgang. Die Nibelungen-Festspiele in Worms beweisen damit einmal mehr, dass alte Sagen nichts von ihrer Sprengkraft verloren haben. Im Gegenteil: Selten haben Rache, Macht und Vergeltung so frisch geklungen. Wer NRW und das Rheinland liebt und großartige Kulturerlebnisse sucht, sollte sich das nicht entgehen lassen.1

Quellen

  1. Spiel mir das Lied vom Untergang: Nibelungen feiern Premiere – 24Rhein


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