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Neubauprojekt in Alt-Niehl: 300 Wohnungen geplant – was steckt dahinter?
18. Juli 2026

In Alt-Niehl plant Investor Bonava rund 300 neue Wohnungen – doch die Anwohner haben Bedenken. Was beim SPD-Infoabend besprochen wurde, erfährst du hier.

Großes Projekt, große Fragen

Alt-Niehl steht vor einer echten Veränderung: Der Investor Bonava plant, zwischen 290 und 320 neue Wohnungen direkt im Herzen des Stadtteils zu errichten. Klingt erstmal nach viel – und die Anwohnerinnen und Anwohner haben auch einiges dazu zu sagen. Beim SPD-Infoabend im „Gaffel im Linkewitz“ kamen rund 45 Leute zusammen, um genau das zu tun. Die Resonanz war also riesig – und die Stimmung durchaus gemischt.1

Was genau ist geplant?

Das neue Wohnquartier soll an der Feldgärtenstraße entstehen – zwischen dem Reihenhaus-Viertel Im Grund, dem Niehler Friedhof, einem Flüchtlingsheim, einer Fußballanlage und dem Schützengelände. Konkret reden wir von einem Ensemble mit drei bis fünf Etagen und rund 27.500 m² Wohnfläche. Das Planverfahren soll laut den Projektverantwortlichen bis Ende 2028 abgeschlossen sein.1

Beim Infoabend selbst informierten Maike Limbrock als Projektleiterin von Bonava, Elisabeth Kaufmann vom Verkehrsplanungs-Büro Bernard sowie Beate Connert vom Kölner Stadtplanungsbüro Zimmermann über das Vorhaben. Eingeladen hatte der SPD-Ortsverein Longerich/Niehl rund um den Co-Vorsitzenden und Nippeser Bezirks-Fraktionschef Ulrich Müller sowie die Landtagsabgeordnete Lena Teschlade.1

Der heiße Diskussionspunkt: Verkehr

Wer schon mal durch Alt-Niehl gefahren ist, weiß: Die Straßen sind eng, Parkplätze sind knapp – und das war auch das große Thema des Abends. Viele Gäste sorgten sich, dass Hunderte neue Wohnungen einfach zu viel zusätzlichem Verkehr führen könnten.

Elisabeth Kaufmann vom Planungsbüro Bernard trat diesen Bedenken entgegen: „Unser Gutachten geht von rund 900 zusätzlichen Fahrten pro Tag aus“, erklärte sie. Die Spitze liege zwischen 18 und 19 Uhr bei 75 Fahrten. Ihr Fazit: „Der Verkehr kann verträglich von den umliegenden Straßen aufgenommen werden.“1

Nicht alle waren davon überzeugt. Eine Besucherin brachte es auf den Punkt: „Wir können unser kleines Fischerdorf nicht mit innenstädtischen Maßstäben messen.“ Dazu komme noch der Freizeitverkehr – etwa bei Spielen des Fußballclubs CfB Ford Niehl – der die Situation zusätzlich anspanne.1

Was bedeutet das für Alt-Niehl?

Klar ist: Ein Projekt dieser Größe verändert einen Stadtteil. 300 neue Wohneinheiten bringen neue Nachbarinnen und Nachbarn, aber eben auch neue Herausforderungen für Infrastruktur und Alltag. Die Skepsis vieler Anwohnerinnen und Anwohner ist nachvollziehbar – besonders, wenn man den Charakter des Viertels kennt und schätzt.

Gleichzeitig bleibt das Planverfahren noch ein Stück weit offen. Bis Ende 2028 ist noch Zeit, und der Infoabend zeigt: Die Menschen in Alt-Niehl sind aufmerksam und wollen mitreden. Das ist gut so – denn wer, wenn nicht die Menschen vor Ort, kennt ihren Kiez am besten?1

Quellen

  1. Nach Infoabend: Neubauprojekt in Alt-Niehl – Investorenfirma tritt Verkehrssorgen entgegen – Kölnische Rundschau


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