Seit über 20 Jahren wartet Zollstock auf den Ausbau des Neuer Weyerstraßerwegs. Jetzt startet die Stadt Köln einen neuen Anlauf – was steckt dahinter?
Kennt ihr das Gefühl, wenn man auf etwas wartet und wartet und wartet – und es einfach nicht passiert? Den Menschen in Zollstock dürfte das sehr vertraut vorkommen. Denn der Ausbau des Neuer Weyerstraßerwegs ist ein echtes Dauerthema im Kölner Süden. Seit mehr als 20 Jahren steht der Plan auf dem Tisch, und trotzdem hat sich bis heute kaum etwas getan. Jetzt will die Stadt Köln einen neuen Anlauf wagen.1
Wer schon mal auf dem Neuer Weyerstraßerweg unterwegs war, weiß: Eng ist kaum das richtige Wort. Besonders der Abschnitt zwischen dem Oberen Komarweg und der Spedition Schenker ist so schmal, dass zwei Autos schlicht nicht aneinander vorbeikommen. Die Konsequenz: Der Bereich ist für den motorisierten Verkehr aktuell nur in eine Richtung – nämlich Richtung Zollstockgürtel – befahrbar. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen die Straße hingegen in beide Richtungen nutzen.1
Das nervt nicht nur Anwohnerinnen und Anwohner, sondern ist auch ein echtes Verkehrsproblem für den ganzen Stadtteil. Denn der Abschnitt ist eine wichtige Verbindung zwischen dem Zollstockgürtel und dem Autobahnanschluss – und wird entsprechend auch vom Lkw-Verkehr genutzt.1
Dabei gäbe es längst eine Lösung. Bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten beschloss der Stadtentwicklungsausschuss den Ausbau der Straße. Geplant sind zwei Fahrstreifen sowie ein Rad- und Gehweg. Das würde endlich Zweirichtungsverkehr ermöglichen, die Verbindung im Stadtteil verbessern und Zollstock vor allem vom schweren Lkw-Verkehr entlasten. Klingt gut, oder? Lokalpolitiker und der Allgemeine Bürgerverein Zollstock sehen das genauso – und kämpfen seit Jahrzehnten dafür.1
Der Haken an der Sache: Für den Ausbau braucht die Stadt Teilflächen von angrenzenden Grundstücken. Und die Eigentümerinnen und Eigentümer dieser Flächen waren bisher schlicht nicht bereit, sie zu verkaufen. Ohne diese Grundstücke kein Ausbau – so einfach ist das.1
In der Vergangenheit hakten Lokalpolitikerinnen und -politiker immer wieder nach dem aktuellen Stand. Zuletzt fragte die CDU-Fraktion im März des vergangenen Jahres bei der Verwaltung an, ob das Projekt weiterverfolgt werde und ob neue Gespräche zum Grunderwerb geplant seien.1
Jetzt scheint wieder Bewegung in die Sache zu kommen: Die Stadt will einen neuen Versuch starten. Ob dieser Anlauf diesmal mehr Erfolg haben wird als die vielen vorherigen, bleibt abzuwarten. Die Ausgangslage ist dieselbe wie seit Jahren – die entscheidende Frage ist, ob die Gespräche mit den Grundstückseigentümern diesmal zu einem anderen Ergebnis führen.1
Für Zollstock wäre ein erfolgreicher Abschluss jedenfalls ein echter Game-Changer: weniger Lkw-Lärm, mehr Sicherheit im Straßenverkehr und endlich eine Lösung für ein Problem, das die Menschen dort schon viel zu lange beschäftigt. Wir bleiben für euch dran!
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