Altersarmut in Düsseldorf: Männer bekommen 176 Euro weniger Rente als der NRW-Schnitt. Warum das in der teuren Landeshauptstadt ein riesiges Problem ist.
Düsseldorf gilt als eine der wohlhabendsten Städte in NRW – teure Boutiquen, Luxus-Apartments, die Königsallee. Aber hinter dieser glänzenden Fassade versteckt sich ein ernstes Problem, das viele ältere Menschen in der Landeshauptstadt betrifft: Altersarmut. Der DGB NRW hat aktuelle Zahlen rund um die gesetzliche Rente zusammengestellt – und die Ergebnisse für Düsseldorf sind wirklich überraschend.1
Für das Jahr 2024 sah die Situation in Düsseldorf so aus: Männer bekamen im Durchschnitt 1.224 Euro Altersrente, Frauen nur 970 Euro.1 Klingt erstmal nicht dramatisch? Dann kommt der Haken: Die Männer in Düsseldorf erhalten damit satte 176 Euro weniger als der NRW-Durchschnitt. Und im Ranking der 57 Kreise und kreisfreien Städte in NRW landet Düsseldorf bei den Männerrenten gerade mal auf Platz 53. Fast schlusslicht – in einer Stadt, die eigentlich für ihren Reichtum bekannt ist.1
Der Grund, warum diese Zahlen in Düsseldorf besonders schmerzen, liegt auf der Hand – oder besser gesagt: auf dem Mietvertrag. Die Mieten und Lebenshaltungskosten in der Landeshauptstadt steigen und steigen. Mit einer durchschnittlichen Rente von unter 1.000 oder knapp über 1.200 Euro ist es in einer so teuren Stadt kaum möglich, sich über Wasser zu halten.1
Sigrid Wolf, Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes Düsseldorf, bringt es direkt auf den Punkt: „Gerade für Rentnerinnen und Rentner sind die Zahlen in Düsseldorf problematisch, denn die zunehmend steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten lassen sich damit kaum finanzieren.“1 Wer kein abbezahltes Wohneigentum besitzt, keine Betriebsrente hat oder keine anderen zusätzlichen Einkünfte vorweisen kann, gerät schnell in eine echte Notlage.
Auch wenn du vielleicht noch weit vom Rentenalter entfernt bist, zeigen diese Zahlen eines ganz deutlich: Auf die gesetzliche Rente allein zu setzen, kann – gerade in einer teuren Stadt wie Düsseldorf – richtig eng werden. Betriebliche Altersvorsorge, privates Sparen oder Wohneigentum können im Alter einen riesigen Unterschied machen. Es lohnt sich, früh darüber nachzudenken, wie du dein Alter absichern willst.
Besonders für Frauen sieht die Situation in Düsseldorf mit durchschnittlich nur 970 Euro Rente noch schwieriger aus. Geringere Löhne, Teilzeitarbeit und Care-Arbeit wirken sich über Jahrzehnte auf die Rentenansprüche aus – ein strukturelles Problem, das über Düsseldorf hinausgeht, hier aber wegen der hohen Lebenshaltungskosten besonders brutal zuschlägt.1
Die Zahlen des DGB NRW machen deutlich: Wohlstand einer Stadt bedeutet nicht automatisch Wohlstand für alle, die dort leben. Gerade ältere Menschen, die ihr ganzes Leben in Düsseldorf gearbeitet haben, stehen jetzt vor der Herausforderung, mit vergleichsweise niedrigen Renten in einer der teuersten Städte NRWs klarzukommen. Das ist kein Einzelschicksal – das ist ein strukturelles Problem, über das wir reden müssen. Wir bei Antenne NRW halten euch auf antenne.nrw weiter auf dem Laufenden, wenn es um Themen geht, die die Menschen in NRW wirklich bewegen.
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