Grundsteinlegung in Köln-Niehl: Europas größte Flusswasserwärmepumpe nimmt Gestalt an. Ab 2028 sollen 50.
Große Neuigkeiten aus Köln-Niehl! Was bisher vor allem als ambitioniertes Zukunftsprojekt bekannt war, bekommt jetzt ein richtig solides Fundament – und das nicht nur im übertragenen Sinne. Die Rhein-Energie hat offiziell den Grundstein für Europas wahrscheinlich größte Flusswasserwärmepumpe gelegt. Auf 25.000 Quadratmetern sind die Betonanker bereits im Boden versenkt, der Bau kann also richtig losgehen.1 Wir hatten in einem früheren Beitrag bereits über das Vorhaben berichtet – jetzt gibt es handfeste Neuigkeiten vom Bauplatz.2
Zur Grundsteinlegung kamen hochkarätige Gäste: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne), Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sowie Rhein-Energie-Chef Andreas Feicht griffen gemeinsam zu Kelle und Backstein.1 Reiche brachte es auf den Punkt: „Aus dem Rhein, der Lebensader von Köln, wird jetzt auch Kölns Heizung.“ Die Worte auf dem Podium? „Meilenstein für Europa“, „industriepolitisches Modellprojekt“, „Signal an Deutschland, was alles geht.“ Klingt groß – ist es aber auch wirklich.1
Die Flusswasserwärmepumpe in Köln-Niehl hat eine Leistung von 150 Megawatt und soll bis zur Heizperiode 2028 fertig sein – also in gut zwei Jahren. Dann sollen bis zu 50.000 Kölner Haushalte mit Wärme aus dem Rhein versorgt werden.1 Die Anlage zieht dafür pro Stunde satte 30.000 Kubikmeter Wasser aus dem Fluss – das entspricht ungefähr 180.000 Badewannenfüllungen. Kein Wunder, dass die Genehmigungsbehörden da erstmal ins Grübeln kamen. Inzwischen ist aber alles unter Dach und Fach.1
Technisch funktioniert das Ganze wie eine normale Wärmepumpe, nur eben in gigantischem Maßstab: Statt Luft nutzt die Anlage das Rheinwasser als Wärmequelle. Besonders effizient läuft sie, wenn die Sonne scheint und der Strompreis auf dem Spotmarkt niedrig ist. Entscheidend sind aber vor allem die Übergangszeiten – also Oktober und November, wenn die Heizperiode startet.1
Die Investitionskosten liegen bei 280 Millionen Euro – davon kommen 100 Millionen aus Berlin und Brüssel.1 Das Herzstück der Anlage wird von der Everllands AG produziert, die früher unter dem Namen MAN Power Solutions bekannt war. Gebaut wird die Wärmepumpe in Berlin, Oberhausen und Augsburg – also komplett in Deutschland.1
Kölns OB Burmester schwärmte von einer „Garantie für verlässliche Wärme in unsicheren Zeiten“: Künftig kann bis zu ein Drittel der Heizenergie unabhängig von Energiemarktschwankungen aus dem Rheinwasser gewonnen werden. Das soll die Erzeugungskosten für Fernwärme dämpfen – und damit auch die Endpreise für Kundinnen und Kunden.1 Obendrauf spart Köln rund 100.000 Tonnen CO₂ pro Jahr, und die CO₂-Emissionen der Rhein-Energie für Heizenergie gehen um etwa ein Drittel zurück.1
Und wer sich fragt, ob hier ein neues Monopol entsteht: Rhein-Energie-Chef Feicht betonte gut gelaunt, dass es keinen Anschlusszwang gibt – die Kunden können weiterhin frei wählen.1 Über ihr bestehendes Fernwärmenetz versorgt die Rhein-Energie derzeit gut 6.300 Gebäude in der Stadt.1
Das Projekt könnte Signalwirkung weit über Köln hinaus haben. NRW-Ministerin Neubaur sagte, rheinabwärts sei noch nichts Vergleichbares in Planung – und ergänzte mit einem Schmunzeln: „Ich freue mich als Düsseldorferin, wenn auch meine Stadt nachzieht.“1 Die Rhein-Energie selbst denkt bereits über eine zweite Anlage nach – denn das bestehende Fernwärmenetz in der Stadt ist ein riesiger Standortvorteil, der einfach genutzt werden will.1
Kurz gesagt: Köln heizt sich gerade richtig auf – und zwar auf die klimafreundlichste Art, die es aktuell gibt. Wir bleiben für euch dran!
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