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Neue „Strom-Tankstelle“ am Reeser Platz: So sichert die Rheinbahn den Düsseldorfer Norden ab
27. Juli 2026

Die Rheinbahn baut am Reeser Platz in Düsseldorf eine neue „Strom-Tankstelle“ für die Linien U78 und U79. Was dahintersteckt und was Fahrgäste wissen müssen.

Upgrade unter der Erde: Was steckt hinter der neuen „Strom-Tankstelle“?

Klingt erstmal technisch trocken – ist aber richtig spannend: Die Rheinbahn baut am Reeser Platz in Düsseldorf-Golzheim gerade eine brandneue „Strom-Tankstelle“. Gemeint ist damit ein sogenanntes Gleichrichterunterwerk, das die U-Bahn-Linien U78 und U79 in Richtung Düsseldorfer Norden und Duisburg mit Strom versorgt. Und ohne dieses Teil fährt buchstäblich gar nichts mehr.1

Der Grund, warum man überhaupt so ein Unterwerk braucht, ist historisch. Die Rheinbahn-Bahnen fahren nämlich mit Gleichstrom – im deutschen Stromnetz läuft aber Wechselstrom. Die Bahnen vertragen halt nicht jede Art von Strom, wie Thomas Wimmer, Abteilungsleiter Elektronische Anlagen bei der Rheinbahn, erklärt: „Genauso wie nicht jedes Auto Benzin oder Diesel verträgt, vertragen unsere Bahnen auch nicht jede Art von Strom.“1

Warum der Neubau und nicht einfach reparieren?

Das alte Unterwerk am Reeser Platz war schon vier Jahrzehnte in Betrieb – und langsam aber sicher am Ende. Ersatzteile waren kaum noch zu bekommen, und obendrauf hatten Untersuchungen gezeigt, dass sich das Gebäude abgesenkt hatte und Wassereinbruch drohte. Da war klar: Weiterwursteln macht keinen Sinn.1

Stattdessen hat die Rheinbahn den Neubau beschlossen – und der kostet rund zwei Millionen Euro. Der Clou: 60 Prozent der Kosten werden durch ein NRW-Förderprogramm getragen, das macht das Ganze deutlich günstiger als eine aufwendige Sanierung.1 Das alte Unterwerk ist bereits abgerissen worden, an seiner Stelle steht jetzt eine Beton-Fertigbau-Konstruktion. Bis Ende September soll alles fertig sein – drei Transformatoren und rund drei Kilometer Kabel inklusive.1

Und was ist mit den Fahrgästen während der Bauphase?

Gute Nachrichten für alle, die täglich mit U78 und U79 unterwegs sind: Ihr werdet von der Baustelle kaum was mitbekommen. Verkehrseinschränkungen? Keine.1 Während der Bauarbeiten übernimmt ein 30 Tonnen schweres mobiles Ersatz-Unterwerk die Stromversorgung auf dem wichtigen Schienenstück zwischen Kennedydamm und Freiligrathplatz – aufgestellt auf der Wiese direkt am Reeser Platz.1

Und falls doch mal was schiefgehen sollte? Kein Problem, sagt Projektleiter Nico Nothof: „Die Stromversorgung unserer Strecken ist grundsätzlich redundant ausgelegt. Jeder Fahrleitungsabschnitt kann von zwei Unterwerken versorgt werden, sodass bei Ausfällen automatisch benachbarte Unterwerke einspringen.“ Im schlimmsten Fall müssen die Bahnen abschnittsweise etwas langsamer fahren – mehr nicht.1

Sicherheit hat oberste Priorität

Weil die Stromversorgung des Rheinbahn-Schienennetzes als kritische Infrastruktur gilt, wird die Baustelle videoüberwacht. Außerdem ist die Elektronik sowohl physisch als auch gegen digitale Angriffe geschützt. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll das neue Unterwerk zusätzlich eingezäunt werden – und der Reeser Platz bekommt auch gleich neu gestaltete Grünflächen.1

Das ist erst der Anfang

Das Unterwerk am Reeser Platz ist übrigens kein Einzelfall. Bereichsleiterin Stephanie Zweig erklärt, dass in den vergangenen fünf Jahren bereits fünf Unterwerke modernisiert wurden – und für die kommenden Jahre stehen noch einmal fünf ähnliche Projekte an.1 Die Rheinbahn arbeitet also fleißig daran, die Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen – auch wenn man davon als Fahrgast meistens erst was mitbekommt, wenn irgendwas schiefgeht. Genau das soll mit diesen Investitionen verhindert werden.

Quellen

  1. Neue „Strom-Tankstelle“ für Rheinbahnen soll Schienenverkehr … – NRZ


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