Das Kölner Trio Gänsehaut meldet sich zurück: Am 31. Juli 2026 erscheint das Comeback-Album „Morgendämmerung
Kennst du noch „Karl, der Käfer“? Falls nicht: Der Song des Kölner Trios Gänsehaut war in den frühen 80ern eine echte Sensation. Der Titel kletterte bis auf Platz 23 der deutschen Singlecharts und hielt sich ganze 17 Wochen dort. In dem Jahr, in dem die Grünen erstmals in den Bundestag einzogen, wurde der Track zur ökologischen Hymne einer ganzen Generation – und sogar in der ZDF-Hitparade gespielt.1
Angefangen hat alles mit Keyboarder Gerald Dellmann, der Anfang der 80er Jahre in seiner Dachgeschosswohnung in Ehrenfeld einen Text zu Papier brachte. Was folgte, war Musikgeschichte. Auch das Album „Schmetterlinge gibt’s nicht mehr“ schaffte es in die Charts – inklusive dem Song „Johanna das Huhn“, der später von den Höhnern gecovert wurde.1
Doch dann kam der Schock: Nur drei Jahre nach dem Durchbruch verstarb Sänger Wolfgang Hieronymi im Alter von gerade einmal 30 Jahren. Das Projekt Gänsehaut ruhte daraufhin viele Jahre. Dellmann selbst aber hörte nie auf, Textideen zu sammeln. „Die Themen kommen einfach aus mir heraus“, sagt er.1
2022 stellte der heute 72-jährige Dellmann die Band neu zusammen. Mit dabei: Nikolai Kaeßmann als Musiker, Komponist und Produzent sowie der erst 24-jährige Sänger Freddy Ovens. Dessen rauchige Stimme klingt laut Beschreibung wie eine Mischung aus Casper, Henning May und Ben Zucker. Entdeckt wurde er beim Nachwuchsförderprogramm „School Jam“ – das Dellmann selbst vor einem Vierteljahrhundert gegründet hat.1
Nach ersten Singles erscheint am 31. Juli 2026 das komplette Comeback-Album mit dem Titel „Morgendämmerung“. Zum 45-jährigen Bandjubiläum präsentieren Gänsehaut 15 Songs, die musikalisch frischer klingen, aber dem sozialkritischen Ton treu bleiben. Titel wie „Ich bin dafür“, „Welt in Gefahr“ und „Tick Tack“ machen deutlich, worum es geht: um die großen Fragen unserer Zeit.1
„Ich bin eigentlich ein durch und durch positiver und lustiger Mensch“, erklärt Dellmann. „Aber mir fallen Dinge auf. Die Welt wird schließlich nicht besser. Diese Texte fühle ich.“ Und Ovens passt mit seinem Stil perfekt dazu. „Wir wollten eine ganz andere Stimme haben als die von Wolfgang. Es sollte nicht einfach eine Fortsetzung der Gänsehaut-Geschichte werden, sondern ein eigenes Kapitel.“1
Natürlich durfte der Kult-Hit selbst nicht fehlen. Auf „Morgendämmerung“ findet sich eine Neuaufnahme von „Karl, der Käfer“ – diesmal mit dominanter E-Gitarre und einem Saxofon-Part von Höhner-Musiker Jens Streifling. Derselbe Musiker steuerte sein Sopran-Saxofon auch zum Song „Der Clown“ bei.1
An der Produktion war außerdem eine ganze Riege an NRW-Musikpersönlichkeiten beteiligt: Gitarrist Marco Wriedt, Bassist Martin Engelien, Cellist Rupert Gillett, der Kölner Chor Wilder CHORiander sowie Metti D. und Micky Steinhauer für die Background Vocals. Das Instrumentalstück, das dem Album seinen Titel gab, stammt von Peter Gorges aus dem Umfeld von Hans Zimmer.1
Chartplatzierungen? Egal. „Es geht uns nicht darum, mit den Songs reich und berühmt zu werden“, sagt Dellmann ehrlich. „Durch Wolfgangs Tod ist das Gänsehaut-Projekt damals abrupt gestoppt worden. Dieses Album ist gewissermaßen ein Rückblick auf die vergangenen 40 Jahre. Die Produktion hat so viel Spaß gemacht. Das war unser Antrieb. Es war einfach an der Zeit, noch mal etwas zu machen.“1
Und das merkt man dem Projekt an. Gänsehaut ist zurück – nicht um Ruhm zu jagen, sondern weil die Welt ihre Musik gerade dringender braucht denn je. Wir sind gespannt, was Karl, der Käfer, im Jahr 2026 zu sagen hat. 🎸
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