Kater Seriy verschwand zwölf Tage lang in Köln – und tauchte schließlich hinter einer Badewanne auf.
Zwölf Tage lang trieb Kater Seriy seinen Besitzer zur Verzweiflung. Der Stubentiger – kein Freigänger – entwischte aus einer Wohnung im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses in Köln und war einfach weg. Immer wieder wurde er kurz gesichtet, doch Einfangversuche schlugen fehl. Bis er am zwölften Tag unter einen Balkon im Nachbarhaus kroch und in einem Luftschacht verschwand – als hätte das Gemäuer ihn einfach verschluckt.1
Zum Glück gibt es das „Team für Tiere Köln“ mit Tierretter Jordan Wieland. Der wusste sofort: Das wird kein einfacher Einsatz. „Als ich gerufen wurde, wusste ich gleich, ohne Rohrkamera geht das nicht“, erzählt er.1 Also holte er sich Verstärkung: Stefan Bröckling von tiernotruf.de, der auf schwierige Tierrettungen spezialisiert ist und sogar teilweise selbstgebautes Spezialequipment mitbringt.
Gemeinsam durchsuchten die beiden mit der Rohrkamera rund zwei Stunden lang die verwinkelten Lüftungsschächte im Keller des Hauses. „Wir haben rund zwei Stunden gebraucht, um alles auszuschließen, bis wir die einzige Möglichkeit ausgemacht hatten, wo der Kater sein könnte“, so Jordan Wieland.1
Was die Retter dann entdeckten, klingt kaum glaublich. Im Keller gab es zwei Belüftungsschächte – und daneben ein winziges Loch. Stefan Bröckling gibt offen zu: „Ich hätte das Loch für einen Kater zu klein gehalten, aber genau da ist er rein.“1 Die Rohrkamera zeigte, dass das Loch in einen Hohlraum führte. Wegen des dortigen Wasserabflusses war schnell klar: Dahinter steckt entweder eine Badewanne oder eine Dusche.
Der nächste Schritt erforderte jede Menge Fingerspitzengefühl – und eine entspannte Mieterin. Die beiden Tierretter klingelten kurzerhand bei der Parterre-Bewohnerin und fragten höflich, ob sie mal in ihr Badezimmer dürften. Der Haken: Die Badewanne musste dafür aufgebrochen werden. „Mir ist dann ein Stein vom Herzen gefallen, als der Kater da wirklich saß“, gesteht Bröckling.1
Seriy kauerte ganz hinten in der Ecke unter der Wanne und schaute seine Retter mit großen Augen an. Kurz schien es, als würde er sich erneut in den Hohlraum verziehen – doch Bröckling reagierte blitzschnell und griff beherzt zu. „Sonst wäre die womöglich einzige Chance, die wir hatten, vertan“, erklärt er.1
Als Seriy endlich sicher im Käfig saß, klatschten sich die beiden erschöpften Retter im Badezimmer ab – ein Moment, den Jordan Wieland so schnell nicht vergessen wird: „Für mich war es ein sehr spezieller Einsatz.“1 Kurz darauf wurde der Kater wieder in seinem Zuhause freigelassen – nach zwölf langen Tagen auf Abwegen.
Diese Geschichte zeigt: Wenn die Samtpfote spurlos verschwindet, lohnt es sich, nicht aufzugeben – und im Zweifel Profis wie das „Team für Tiere Köln“ oder spezialisierte Tierretter hinzuzuziehen. Manchmal steckt die Katze nämlich an einem Ort, an den man wirklich niemals gedacht hätte. Und manchmal braucht es eben eine Fräse, um sie da wieder rauszuholen.1
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