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Köln in der Krise: Jetzt wird der radikale Reform-Vorschlag lauter
3. August 2026

Köln steckt tief in der Krise: explodierende Baukosten, überlastete Verwaltung. Jetzt gewinnt Werner Görgs radikaler Reform-Vorschlag neue Dringlichkeit.

Die Debatte ist zurück – und dringlicher denn je

Erinnert ihr euch? In einem früheren Beitrag haben wir bereits über den radikalen Vorschlag von Prof. Dr. Werner Görg berichtet: Die Stadt Köln soll künftig geführt werden wie ein großes Unternehmen.2 Jetzt flammt die Diskussion erneut auf – und die Argumente dafür werden immer schwerer zu ignorieren.

Denn die Probleme in Köln sind real und sie wachsen. Explodierende Baukosten, eine überlastete Verwaltung, endlose Staus – das ist kein Zufall, sondern Symptom eines Systems, das längst an seine Grenzen gestoßen ist.1

Wer ist Werner Görg – und warum solltest du ihm zuhören?

Werner Görg ist kein Träumer ohne Praxiserfahrung. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Barmenia Gothaer Versicherung verantwortet er einen Konzern, bei dem allein in Köln rund 5.000 Menschen arbeiten. Als früherer Präsident der IHK zu Köln kennt er Politik und Verwaltung von innen.1 Sein Befund ist klar: Initiativen versickern im Kompetenz- und Abstimmungsgeflecht, Baukosten vervielfachen sich – aktuelles Beispiel ist das Museum „Miqua“.1

Der Plan: OB als CEO, Rat als Aufsichtsrat

Görgs Vorschlag klingt radikal, folgt aber einer klaren Logik: Der Oberbürgermeister soll an der Spitze eines starken, von ihm selbst ernannten Vorstands stehen. Der Stadtrat übernimmt die Rolle eines Aufsichtsrats – er setzt die Ziele, kontrolliert die Umsetzung, mischt sich aber nicht ins Tagesgeschäft ein. Weniger Ratsmitglieder, dafür mit mehr Zeit und höheren Entschädigungen.1

Und das Modell soll nicht nur Köln betreffen: Görg denkt größer. Städte ab 250.000 Einwohnern sollen selbst wählen dürfen, nach welchem Modell sie regiert werden – gerne schon bei der nächsten Kommunalwahl.1

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Damit das alles greifbarer wird – ein paar Fakten zu Köln, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte:

  • Knapp 22.000 Beschäftigte in der Stadtverwaltung
  • Ein Etat von 6,7 Milliarden Euro allein für 2026
  • Krankenstand von über neun Prozent – das liegt deutlich über dem in physisch fordernden Berufen wie der Stahlproduktion
  • Die letzte, 2,1 Kilometer lange Teilstrecke der Nord-Süd-Stadtbahn soll aktuell 160 Millionen Euro kosten

Wie ist das in eine gut funktionierende Stadtführung gekommen? Genau diese Frage stellt Görg – und sie verdient eine ehrliche Antwort.1

Nicht neu, aber jetzt wirklich dringend

Die Idee, Verwaltung wie ein Dienstleistungsunternehmen zu führen, ist nicht von gestern. Schon in den Neunzigern predigten kommunale Vordenker genau dieses Leitbild. Um die Jahrtausendwende zog der damalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement symbolisch mit seiner Staatskanzlei ins Düsseldorfer Bürogebäude Stadttor – als klares Zeichen: Wir wollen regieren wie eine Firma.1

Doch die gut gemeinte Symbolik von damals hat einer dramatischen Dringlichkeit Platz gemacht. Marode Brücken in Leverkusen, Köln und Bonn lähmen Mobilität und Handel. Die Bonner Straße – eine der Hauptausfallstraßen Kölns – ist seit mehr als zehn Jahren ein Flickenteppich aus Asphalt und Absperrungen.1 Das trifft die Menschen im Alltag, nicht in irgendwelchen Ausschüssen.

Und was sagen die Kritiker?

Natürlich gibt es Gegenwind. Ratsfraktionen haben sinngemäß angemerkt: Eine Stadt ist keine Aktiengesellschaft, ihre Bürgerinnen und Bürger sind keine Aktionäre – und demokratische Kontrolle ist kein Kostenfaktor.1 Das ist ein berechtigter Einwand, keine Frage.

Aber: Wer Reformen zu lange vertagt, bekommt am Ende nicht die klügere, sondern die lautere Lösung. Der tägliche Stillstand beschädigt das Vertrauen in die Demokratie bereits – und zwar nachhaltiger, als es mehr Zug in der Verwaltung je täte.1

Applaus ist noch kein Ratsbeschluss

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester soll geklatscht haben, als Görg seinen Plan vorstellte.1 Das klingt vielversprechend – aber Applaus ist eben noch kein Ratsbeschluss. Görgs Vorschlag sollte am Anfang einer ernsthaften Debatte stehen, nicht an deren Ende.1 Wie es ist, kann es nicht bleiben – da sind sich mittlerweile viele einig. Die Frage ist nur: Wann handelt Köln endlich?

Quellen

  1. Kostenexplosionen, überforderte Verwaltung: Radikaler Vorschlag soll Köln aus der Krise führen – 24Rhein
  2. Köln in der Krise: Soll die Stadt künftig wie ein Unternehmen geführt werden? – Antenne NRW


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