Münster testet das sogenannte Grinding-Verfahren: Ein 30-Tonnen-Schleifer glättet Kopfsteinpflaster im Hansaviertel für mehr Sicherheit bei Rad- und Fußverkehr.
Wer schon mal mit dem Rad über das Kopfsteinpflaster in Münster gebrettert ist, kennt das Gefühl: Die Zähne klappern, die Hände kribbeln und irgendwo lauert der nächste abgesackte Stein als echte Stolperfalle. Genau das soll jetzt besser werden – denn die Stadt Münster testet ein neues Sanierungsverfahren, das historisches Pflaster glättet, ohne es komplett auszutauschen.1
Das Zauberwort heißt „Grinding“. Dabei kommt ein satte 30 Tonnen schwerer Präzisionschleifer zum Einsatz, der mit diamantbesetzten Schleifwalzen über das historische Natursteinpflaster fährt und die Oberfläche glättet.1 Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die bearbeiteten Flächen wirken deutlich ebener – und trotzdem bleibt eine leicht raue Oberfläche erhalten, damit das Pflaster auch bei Regen rutschfest bleibt. Klingt eigentlich fast zu gut, oder?
Aktuell läuft das Pilotprojekt im Hansaviertel. Gerd Rüller vom Tiefbauamt der Stadt macht aber klar: „Die Testphase wird einige Monate dauern, wir müssen die Witterung abwarten.“1 Also noch ein bisschen Geduld, bevor das große Urteil fällt.
Für das Pilotprojekt im Hansaviertel hat die Stadt rund 95.000 Euro eingeplant. Das klingt nach viel, aber im Vergleich zur kompletten Straßenerneuerung ist das laut Stadt deutlich günstiger – und geht auch schneller.1
Läuft der Test erfolgreich, könnte das Grinding-Verfahren künftig auf weiteren Straßen mit historischem Natursteinpflaster in Münster zum Einsatz kommen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Am berühmten Prinzipalmarkt wird man die Schleifmaschine wohl nicht sehen. Das dortige Pflaster steht unter Denkmalschutz – da bleibt alles, wie es ist.1
Für alle, die in Münster regelmäßig mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind, könnte das eine echte Verbesserung bedeuten. Immer wieder haben unebene Fahrbahnen und abgesackte Steine zu Unfällen und Beschwerden geführt – sowohl bei Radfahrenden als auch bei Fußgängerinnen und Fußgängern.1 Wenn das Grinding-Verfahren hält, was es verspricht, könnten viele Straßen in NRW davon profitieren.
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