Badeverbot im Rhein: Köln hat bereits 28 Bußgeldbescheide erlassen, Düsseldorf 110 Verfahren eingeleitet. Alle Infos zu Strafen und Regeln in NRW.
Die Sonne knallt, der Rhein glitzert und der Sprung ins kühle Wasser klingt wie die beste Idee der Welt. Aber Stopp! Baden im Rhein ist in mehr als zehn NRW-Kommunen strikt verboten – und wer sich nicht daran hält, riskiert ein saftiges Bußgeld. Bei der aktuellen Hitzewelle kontrollieren die Städte entlang des Rheins so intensiv wie nie zuvor.1
Die Regelung klingt zunächst simpel: Knöcheltief im Wasser stehen ist okay – mehr nicht. Wer tiefer geht, dem drohen Bußgelder von bis zu 1.000 Euro. Die Verbote greifen seit dem vergangenen Sommer, beginnend mit Köln und Düsseldorf. Seitdem sind immer mehr Kommunen in NRW dem strikten Kurs gefolgt. Der Grund dahinter ist ernst: Die Zahl der Badetoten im stark von Schiffen befahrenen Rhein war vor den Verboten deutlich gestiegen.1
Köln hat in diesem Sommer bereits 28 Bußgeldbescheide erlassen. Die Bußgelder liegen zwischen 60 und 250 Euro, zuzüglich Auslagen und Gebühren. Mitarbeiter des Ordnungsamtes führten laut einem Stadtsprecher viele Gespräche und klärten über die Gefahren auf. Das Problem: Personen, die das Badeverbot missachten, sind häufig eher uneinsichtig. Der Großteil der Menschen halte sich aber an die Regeln. Die Hitze der vergangenen Wochen hat dazu geführt, dass sich mehr Menschen am Ufer aufhalten – und damit auch die Zahl der Verstöße gestiegen ist.1
In Düsseldorf wurden in diesem Jahr bereits 110 Verfahren eingeleitet. Zusätzlich wurden über 3.400 Präventionsgespräche geführt – etwa bei größeren Ansammlungen am Ufer. Das Badeverbot bewähre sich gerade in der Hitze: Im Vergleich zu früheren Jahren sehe man deutlich weniger Badende und erheblich weniger leichtsinnig Schwimmende im Rhein, so ein Sprecher.1
Für einen kuriosen Moment sorgte ein Mann, der beim Kontrollgang des Ordnungsdienstes bis zur Hüfte im Rhein stand – und sich zunächst weigerte, das Wasser zu verlassen und seine Personalien anzugeben. Pikant: Er hatte einen offenen Haftbefehl. Nach dem Eintreffen der Polizei verließ er dann doch das Wasser und wurde in Gewahrsam genommen.1
Das Badeverbot gilt nicht nur in den Großstädten. Ein Überblick, wie andere Kommunen die Lage beschreiben:
Trotz aller Kontrollen und Verbote gab es auch in diesem Jahr wieder Badetote im Rhein. Die Feuerwehr Düsseldorf wurde bis Ende Juli zu insgesamt 52 Einsätzen mit dem Stichwort „Person im Rhein“ alarmiert – sechs Menschen konnten dabei nur noch tot geborgen werden. In Köln gab es bis Mitte Juli 41 Einsätze, ein Todesfall war im Juli dabei. Die Feuerwehr Leverkusen hat in diesem Jahr eine Person tot aus dem Rhein geborgen und eine weitere Person retten können.1
Der Rhein sieht bei Hitze verführerisch aus – aber die Gefahr durch starke Strömungen und den dichten Schiffsverkehr ist real. Das Badeverbot existiert nicht ohne Grund. Also: Lieber die Beine baumeln lassen, den Sonnenuntergang am Ufer genießen und höchstens knöcheltief ins Wasser waten. Euer Konto und eure Gesundheit werden es euch danken!
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