Der Rhein in Köln hat am 6. August 2026 einen neuen historischen Tiefstand von 62 cm erreicht – alle Infos zur Lage und den wirtschaftlichen Folgen.
Der Rhein macht gerade keine guten Schlagzeilen – zumindest nicht für alle, die auf ihn angewiesen sind. Am Donnerstag, dem 6. August, hat der Pegelstand in Köln einen neuen historischen Tiefstand erreicht: gerade mal 62 Zentimeter. Das ist kein Tippfehler. Und das Verrückte daran? Der vorherige Rekord war erst am vergangenen Samstag aufgestellt worden – mit 67 Zentimetern. Der neue Tiefstand liegt also gleich fünf Zentimeter darunter.1
Die Aufzeichnungen am Pegel Köln gehen übrigens bis ins Jahr 1816 zurück. Heißt: So niedrig war der Rhein in Köln noch nie, seit Menschen dort Buch geführt haben. Das ist schon ziemlich heftig.
Gute Nachricht für alle, die sich fragen, ob auf dem Rhein noch was geht: Schiffe können weiterhin fahren. Die Fahrrinne ist tiefer als der Pegelstand am Ufer – in Köln zum Beispiel um 1,11 Meter mehr. Aber: Die Schiffe müssen mit deutlich weniger Fracht unterwegs sein als sonst.1 Das klingt erstmal nach einem kleinen Problem, ist aber für die Wirtschaft ein echter Albtraum.
Der Ökonom Simon Gerards Iglesias vom Institut der Deutschen Wirtschaft bringt es auf den Punkt: „Für ein Unternehmen wie BASF ist es lebensnotwendig, dass ein Rhein als Wasserstraße funktioniert, wenn es um 40 Prozent seiner Produkte hierüber abfertigt.“1 Fachleute warnen, dass das Niedrigwasser für die Wirtschaft schlicht „dramatisch“ sei – und ziehen Vergleiche mit dem Dürrejahr 2018, das damals ebenfalls das Wirtschaftswachstum in Deutschland einbrechen ließ.
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein schaut aktuell auf vier große NRW-Messstationen: Köln, Düsseldorf, Duisburg-Ruhrort und Emmerich. Laut Prognose sollen die Pegelstände bis Montag leicht um bis zu elf Zentimeter steigen – aber von Entwarnung ist man weit entfernt. Sprecher Moritz Axt macht das deutlich: „Der Wasserstand steigt leicht, ist aber weiterhin extrem niedrig. Eine Trendwende ist bislang nicht zu erkennen.“1
Auch in Düsseldorf sieht’s nicht besser aus: Dort wird die historische Tiefmarke von 20 Zentimetern laut Prognose am Freitag wieder erreicht. In Duisburg-Ruhrort bleibt der Negativrekord von 148 Zentimetern vom Sonntag vorerst bestehen.1
Als ob das alles nicht reicht, hat das Niedrigwasser noch eine düstere Überraschung mitgebracht: Im Rhein bei Köln-Deutz wurde ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die Bombe musste noch am Donnerstag entschärft werden. Rund 360 Personen – hauptsächlich Bewohner eines Seniorenheims – mussten im Umkreis von 400 Metern ihre Häuser verlassen. Auch der Sender RTL lag im Evakuierungsradius.1
Der Rhein am Limit, die Wirtschaft unter Druck und ein historischer Tiefstand, der erst seit wenigen Tagen existiert und schon wieder gebrochen wurde – das ist die Lage im August 2026. Wir halten euch bei Antenne NRW auf dem Laufenden, wie sich der Pegel in den nächsten Tagen entwickelt. Schaut also gerne öfter mal rein auf antenne.nrw!
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