Zwölf Jahre nach dem Pax-Bank-Raub in Aachen wurde Alfredo C.O. in Spanien verhaftet und nach Deutschland überstellt. Drei Komplizen sind noch immer gesucht.
Zwölf Jahre sind eine lange Zeit – aber nicht lang genug, um einem Bankraub zu entkommen. Der mutmaßliche Räuber Alfredo C.O. wurde Ende Juli 2026 im spanischen Zaragoza unter einem Europäischen Haftbefehl festgenommen und inzwischen nach Deutschland überstellt.2 Der Mann ist heute 70 Jahre alt – und soll 2014 an einem der dreistesten Banküberfälle in Aachen beteiligt gewesen sein.1
Im November 2014 überfielen mindestens fünf Täter die Pax-Bank in Aachen. Das Vorgehen war brutal und professionell zugleich: Zuerst überwältigten sie Reinigungskräfte, dann hielten sie 16 Mitarbeitende bereits am Eingang auf, bedrohten sie mit Schusswaffen und fesselten sie mit Kabelbindern.1 Zwei Beschäftigte wurden unter vorgehaltener Waffe gezwungen, den Tresor zu öffnen. Die Beute: mehr als 400.000 Euro.1
Wie wir in einem früheren Beitrag bereits berichtet haben, war Alfredo C.O. nicht der erste Tatverdächtige, der gefasst wurde – aber die Ermittlungen zogen sich dennoch über mehr als ein Jahrzehnt hin.
Kurz nach der Tat wurde damals eine Frau festgenommen. Lisa D. wurde 2017 wegen ihrer Beteiligung an dem Überfall zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt.2 Damit war der Fall aber noch lange nicht abgeschlossen: Mindestens drei weitere Männer, die an dem Überfall beteiligt gewesen sein sollen, sind bis heute unbekannt und werden weiterhin gesucht.1
Die Ermittler stehen vor einem noch größeren Puzzle. Nach Angaben der Polizei gibt es Hinweise, dass dieselbe Gruppe zwischen 2009 und 2013 noch drei weitere Banküberfälle in Aachen verübt haben könnte.1 Sowohl Alfredo C.O. als auch die bereits verurteilte Lisa D. sollen zur Tatzeit einer „europaweit vernetzten linkspopulistischen beziehungsweise linksextremistischen Szene“ zugerechnet worden sein.1
Der Fall Pax-Bank beweist einmal mehr: Kriminelle Ermittlungen haben kein Verfallsdatum. Ob 70 Jahre alt oder auf der Flucht in Spanien – wer sich strafbar gemacht hat, muss damit rechnen, dass ihn die Justiz irgendwann einholt. Und für die mindestens drei noch unbekannten Komplizen heißt es: Die Polizei sucht weiter.2 Wer Hinweise hat, sollte sich bei der zuständigen Polizei melden.
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