Bei den Bonner Stadtwerken wurden in einer Sondersitzung noch größere Mängel an Stadtbahnen enthüllt.
Stell dir vor, du steigst täglich in die Stadtbahn – und dann kommt raus, dass die Mängel an den Fahrzeugen noch viel gravierender sind als bisher zugegeben. Genau das ist in Bonn passiert. Die Stadtwerke Bonn (SWB) haben wegen der eskalierenden Stadtbahn-Krise eilig eine Sondersitzung einberufen, und die Ergebnisse lassen aufhorchen.1
Am 7. August 2026 haben die Aufsichtsräte der SWB Konzernholding und der SWB Bus und Bahn fast vier Stunden lang getagt. Der Auslöser: ein Schreiben der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB), das es in sich hat. Laut einem Bericht des General-Anzeigers Bonn fallen die Schäden offenbar deutlich gravierender aus als die Stadtwerke bislang öffentlich eingeräumt haben.1
Konkret geht es laut diesem internen Bericht um beschädigte Radsätze, fehlende Nachweise für sicherheitsrelevante Bauteile, fehlerhafte Bearbeitungen und den Einbau falscher Radsatzwellen. Die Behörde stuft diese Mängel als erhebliches Sicherheitsrisiko ein – starker Tobak.1
Noch brisanter: Aufsichtsrats-Mitglieder sollen laut General-Anzeiger Vorwürfe gegen SWB-Geschäftsführerin Anja Wenmakers erhoben haben. Sie hätten über Umwege und sehr spät von dem Bescheid der Technischen Aufsichtsbehörde erfahren. Kein Wunder also, dass die Sondersitzung so kurzfristig einberufen wurde.1
In der Sitzung wurde dann besprochen, wie mit dem internen TAB-Bericht umgegangen wurde und wie man das Vertrauen der Fahrgäste zurückgewinnen kann. Pressesprecher Jürgen Winterwerp erklärte dazu: Aufgrund der sehr kurzfristig anberaumten Sitzung werden die Mitglieder der Aufsichtsräte im Nachgang die Möglichkeit erhalten, weitere Fragen schriftlich einzureichen. Diese werden gebündelt, fachlich aufbereitet und in die weiteren Untersuchungen einbezogen.1
Aufsichtsratsvorsitzender David Lutz macht klar, dass er nicht nur die technischen Ursachen der Bahnprobleme verstehen will, sondern auch die internen Informationsflüsse bei den Stadtwerken nachvollziehen möchte. Dazu soll ein weiterer externer Gutachter beauftragt werden. Lutz betonte: „Wir müssen wissen, welche Erkenntnisse zu welchem Zeitpunkt vorlagen, wie mit ihnen umgegangen wurde, welche Informationswege bestanden und auf welcher Grundlage Entscheidungen getroffen wurden.“1
Zur Erinnerung: Am 21. Juli 2026 wurden 60 von insgesamt 75 Bonner Stadtbahnen wegen technischer Mängel und Sicherheitsbedenken aus dem Verkehr gezogen. Die betroffenen Bahnen stammen aus den 1980er-Jahren – aber die nun entdeckten Bauteile sind noch älter. Dazu kommen nicht originale Getriebeteile und Dokumentationslücken. Eine ziemlich heftige Kombination.1
Die gute Nachricht: Die Teams in den Werkstätten arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb daran, die Stadtbahnen schnellstmöglich zurück auf die Strecke zu bringen. Das soll schrittweise bis Mitte August 2026 passieren. TÜV-Experten prüfen die Bahnen intensiv, bevor sie wieder eingesetzt werden.1
Außerdem entwickeln die Stadtwerke Bonn jetzt ein neues Prüf- und Überwachungskonzept, das von der Technischen Aufsichtsbehörde kontrolliert wird. Dieses soll ebenfalls bis Mitte August feststehen. Künftig sollen die Fahrzeuge alle zwei Wochen kontrolliert werden – deutlich häufiger als bisher.1
Klar ist: Die Bonner Stadtbahn-Krise ist kein rein lokales Problem. Sie wirft grundsätzliche Fragen zur Sicherheit von Stadtbahnen in ganz NRW auf. Antenne NRW bleibt für euch am Ball und hält euch auf dem Laufenden, wie sich die Lage in Bonn weiterentwickelt. Stay tuned auf antenne.nrw!
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